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Wanderung zum Großen Rachel

Wanderung zum Großen Rachel

Am Sonntag 10.10.2021

Abfahrt 7:00 Uhr Stadthalle Pocking, Treffpunkt 8:30 Parkplatz Oberfrauenau

Am Wanderparkplatz Oberfrauenau trafen sich am Sonntag, den10.10.2021 7 unerschrockene, unternehmungslustige Wanderer. Erst ging es auf markierten Forststraßen auf der rechten Seite des Frauenauer Trinkwasserspeichers entlang, der uns zu dem schmalen Steig des europäischen Fernwanderwegs/Goldsteig vom Falkenstein kommend führte. Vor der Diensthütte führte ein schmaler Steig hinauf bis über die Baumgrenze, dann über mehrere Quellen, vorbei an großen Findlingen und über die Regenschwelle, die mit einer Seilversicherung gesichert ist. Trittsicherheit und Balance war von uns gefragt. An einigen Stellen konnten wir gar nicht die Umgebung genießen, denn der Weg forderte unsere ganze Aufmerksamkeit. Oben auf Höhe des Waldschmitthauses angekommen war es nur noch ein Spaziergang vorbei an Grasmatten und Heidelbeersträuchern bis zur Hütte die wegen Renovierung bereits mehrere Jahre geschlossen hat. Am Gipfel trafen wir dann alle anderen Wanderer, die den Normalweg genommen haben. Über den Rachelsteig ging es wieder hinunter. Nach insgesamt sieben Stunden Gesamtzeit erreichten wir noch bei Tageslicht unsere Autos.
Teilnehmer:
Reil Margit, Georg Seitz, Otto Sterl, Angelika Römmer, Renee Wagner, Albert Hatz mit Tochter Christina

Bergtour zwischen Zahmer und Wilder Kaiser

Pockinger DAV-Mitglieder bei Kaiserwetter unterwegs auf Feldberg und Stripsenkopf.

Bereits um 6 Uhr morgens begann in Pocking für die 7 Teilnehmer die Anreise, begleitet von mehreren Umleitungen an der B12, in Richtung Burghausen. Dann weiter vorbei am Waginger See, wo beim Blick in Richtung Osten ein wunderschöner Sonnenaufgang einen warmen Herbsttag erahnen ließ. Die Fahrt setzte sich fort durch das noch mit Nebel bedeckte “Drei-Seen-Tal“ über Reit im Winkel nach Kössen und gegen halb neun wurde der Ausgangspunkt der Wanderung, die 1000m hoch gelegene Grieseneralm im Kaiserbachtal erreicht.

Zuerst ging die Tour abwechselnd in der Sonne und immer wieder mal durch den schattigen Bergwald gemächlich auf einer Forststraße bergauf bis zur Ranggenalm. Hier mündete der Weg in einen Steig der in zahllosen Kehren, durch die nun schon hochstehende Sonne schweißtreibend, aber schnell an Höhe gewinnen ließ. Ab einer Höhe von ca. 1600m erleichterten die an einigen Stellen angebrachten Steighilfen den mühsamen Aufstieg auf dem immer felsiger und steiler werdenden Pfad. Nach ca. 2,5 Stunden war das erste Etappenziel, der 1813m hohe Feldberg erreicht. Von der höchsten Erhebung zwischen den im Norden gelegenen Zahmen und dem Wilden Kaiser im Süden bot sich dann für die Alpinisten ein herrlicher Panoramablick auf die beiden Felsmassive.

Nach einer kleinen Pause traten die Bergwanderer dann den Übergang zum Stripsenkopf an. Zuerst bergab auf einer Wiese, dann abwechselnd leicht auf- und abwärts durch Latschenwälder, vorbei an steilen Felswänden ging es nun bis zur Frankenländer Nadel, einem ganz markanten, schmalen ca. 20m hohen, an einem steilen Abgrund stehenden Felsturm. Nach einem kurzen aber steilen, zum Teil mit Seilen versicherten Aufstieg wurde gegen 13 Uhr der mit einem Pavillon bebaute, 1807m hohe Gipfel des Stripsenkopfs erreicht. Die ein wenig vom Dunst getrübte Aussicht von hier oben reichte im Westen über den Rofan bis zum Karwendel und Mangfallgebirge, von Norden nach Osten zu den Chiemgauer Alpen, Loferer- und Leoganger Steinberge. Nach Süden versperrte der imposante Anblick der kargen Felslandschaft des Wilden Kaisers die Sicht in die Ferne.

Nach Genuss der grandiosen Aussicht begann westseitig der Abstieg über den auf einem Grat verlaufenden Steig in Richtung Kaisertal. An der Abzweigung zum Feldalmsattel ging es dann fast eben am Südhang des Stripsenkopfs in östliche Richtung zum Stripsenjochhaus. Von der Terasse aus bot sich bei Kaffee und Kuchen ein wunderbarer Ausblick zu den Kletterbergen Predigtstuhl, Fleischbank und Totenkirchl.

Mit einem steinigen Abstieg vom Stripsenjoch ins Kaiserbachtal zur Griesener Alm endete Nachmittags um halb fünf die sonnige Bergtour im Schatten der mächtigen Felswände des Wilden Kaisers.


Ehrungen und Neuwahlen beim Alpenverein Pocking.

Da das Vereinsleben der letzten anderthalb Jahre nur bedingt stattfinden konnte war man froh endlich im September die Jahreshauptversammlung abhalten zu können. Neuwahlen und Ehrungen standen auf dem Programm.
Nach der Begrüßung von der ersten Vorsitzenden Anita Kälker folgte eine Gedenkminute der verstorbenen Mitglieder, dabei wurde besonders auf den langjährigen Vorstand Rudolf Allmeroth hingewiesen der am 15. Juni 2021 verstorben ist. Er leitete 12 Jahre die Ortsgruppe Pocking.
Bevor es weiter ging mit der Tagesordnung gab es noch einen eindringlichen Hinweis auf Ausrüstung und vor allem Schuhwerk bei den gemeinsamen Wanderungen und Touren. Egal ob einfache Wanderung oder anspruchsvolle Bergtour, das richtige Schuhwerk ist das A und O in puncto Sicherheit!
Im Anschluss informierte der Sektionsvorstand Manfred Graw über die Beitragserhöhung die seit 2020 in Kraft ist.
Es folgte der Rechenschaftsbericht der Vorsitzenden Anita Kälker.:
Mit aktuell 434 Mitgliedern ist die Ortsgruppe gut aufgestellt.
Im Zeitraum vom April 2019 bis September 2021 gab es coronabedingt 7 Vorstandsitzungen. Weitere Veranstaltungen waren das letzte Sonnwendfeuer im Juni 2019 mit etwa 80 Gästen und die Nikolausfeier 2019 mit 70 Anwesenden. Ein voller Erfolg war das Klettern im Rahmen des Ferienprogramms der Stadt Pocking. Da es 2019 und 2020 ausgefallen war gab es anscheinend großen Nachholbedarf bei den Kindern. Gleich drei Termine wurden wahrgenommen mit jeweils 15 bis 18 Kindern.
Bei den Wanderungen und Bergtouren gab es eine Zusammenfassung vom Zeitraum April 2019 bis September 2021. Schneeschuh-Touren und Langlaufen waren es insgesamt 6, gemeinsame Wanderungen mit der Sektion Bad Griesbach gab es drei. Seit April 2019 bis September 2020 gab es insgesamt 43 Wanderungen und Berg-Touren mit 327 Teilnehmern.
Es folgte eine Aufstellung der Gerätewartin Anita Kälker aller Gerätschaften und Neuanschaffungen und im Anschluss der durchaus erfreuliche Bericht des Kassenwarts Uli Schauwecker. Nach dessen Entlastung und der Entlastung der Vorstandschaft fanden die Neuwahlen statt. Wahlleiter Manfred Graw führte die Wahl per Akklamation durch. Das Ergebnis lautete wie folgt:
Für das Amt der ersten Vorsitzenden wurde wieder Anita Kälker einstimmig im Amt bestätigt. Auch die zweite Vorsitzenden Margit Reil wurde wieder einstimmig bestätigt. Genauso der Kassenwart Uli Schauwecker und Jugendleiterin Juliane Waldemer. Das Amt der Schriftführung übernahm Margit Reil.
Als Beirat einstimmig gewählt wurden: Otto Sterl, Willi Schwarzl, Gotthard Stöfl, Stefan Scherr, Christian Lippl, Ludwig Kronpaß, Doris Hoffmann und Georg Seitz.
Mit den Vorständen und Beiräten ist die Alpenverein-Ortsgruppe Pocking wieder bestens gerüstet um die Anforderungen des Vereinslebens meistern zu können.
Weiter im Programm kam es zu den Ehrungen 2020 und 2021 der langjährigen Mitglieder. Überreicht wurden Urkunde Anstecknadel und eine gute Flasche Wein.

DAV-Jubilare 2020 in der Ortsgruppe Pocking.

25 Jahre – Eintritt 1995:

Eva Grünberger

40 Jahre – Eintritt 1980:

Wolfgang Brandl, Beate Faber, Hermann Gabereder, Rosa Karlstetter, Johanna Myland, Karl Riermeier.

50 Jahre – Eintritt 1970:

Ernst Arnold

DAV-Jubilare 2021 in der Ortsgruppe Pocking.

25 Jahre – Eintritt 1996:

Jochen Kijewski, Leoni Kijewski, Gabi Klimmt-Kijewski

40 Jahre – Eintritt 1981:

Franz Auer, Annemarie Auer, Tobias Auer, Maria Göttinger, Franz Maier, Monika Schleder.

50 Jahre – Eintritt 1971:

Marianne Kölbl, Horst Rustler.

 

Auf den Schafberg, DEM Aussichtsbalkon des Salzkammerguts

Es war ein herrlicher Spätsommertag als sich drei Bergaspiranten schon früh auf den Weg machten. Von Winkl, einer Gemeinde von Sankt Gilgen, wanderte das Trio auf dem Weg 20 in Richtung Schafbergalm. Nach etwa 2 Stunden war man am Almgelände angekommen und bei einer kurzen Rast konnte man schon das Bergpanorama von den Berchtesgadener Alpen bis zum Dachstein bewundern. Weiter ging es nun auf dem Putschellersteig, der den Schafberg auf der Westseite von der Zwischenstation der Zahnradbahn bis zum Aufstieg im Norden über die Himmelspforte umrundet. Konzentriert ging man den schmalen, teils seilversicherten Steig auf der Westseite des Schafbergs entlang. Das Auge erfreute sich an der Bilderbuchbergwelt und die Ohren lauschten dem Röhren der Hirsche. Angekommen am Wendepunkt über dem Mönichsee änderte sich auch das Gestein und es wurde rutschig im schattigen Nordhang. Wie auf rohen Eiern wanderten die Pockinger auf dem glatten Kalkgestein einen kurzen Abstieg hinunter. Über ihnen erhoben sich hunderte Meter hohe, zum Teil überhängende Felsmauern. Darunter lagen eingebettet im lichten Lärchen- und Ahornbestand zwei Seeaugen. Ein magischer Ort, die Seeaugen angestrahlt von der Sonne, die Felswand im dunklen Schatten und der Blick nach Nordosten in ein Wolkenmeer aus dem sich wie eine Silhouette das Höllengebirge hervorhob.
Im weiteren Verlauf der Tour gewann man schnell wieder an Höhe und erreichte den finalen Gipfelanstieg. In etlichen Serpentinen und teilweise seilversichert durchschritten die Alpinisten die sogenannte Himmelspforte kurz vor dem Gipfel – geschafft. Am Gipfel wurden die DAVler mit einem grandiosen Panoramablick belohnt. Das Alpenvorland im Norden wurde von einer dicken Wolkendecke verhüllt. Wie unzählige Wattebauschen zog sich das Wolkenmeer bis nach Nordosten zum Höllengebirge. Wolkenlos zeigten sich dann Totes Gebirge, Dachstein und weit hinten am Horizont die Hohen Tauer. Das Tennengebirge und die Berchtesgadener Alpen rundeten das Panorama ab.
Klar gab es anschließend einen Einkehrschwung auf der Sonnenterrasse der Himmelspforthütte. Nach einer guten Stärkung machte man sich auf den Abstieg. Leichten Fußes wanderten die drei den Südhang hinunter,mmer den Wolfgangsee vor Augen. Schnell erreichte man die Schafbergalmen. Nochmals die herrliche Aussicht genießen, denn nun zog sich der Weg wieder durch den Wald zurück zum Ausgangspunkt.

DAV Ortsgruppe Pocking im südlichen Bayerwald unterwegs

Naturerlebnis zwischen Donauleiten und Erlautal

Ich habe nicht gewusst, dass mein Bayernland so schön ist!“ soll König Max II. im Überschwang seiner Gefühle ausgerufen haben, als er auf einer Anhöhe bei Kellberg sich an der Aussicht zu den südlichen Ausläufern des Bayerischen Waldes erfreute. Die Heimatwanderer der DAV Ortsgruppe Pocking wissen auch längst von dieser landschaftlichen Augenweide. An einem herrlichen Spätsommertag machte sich das naturbegeisterte DAV-Team auf den Weg in das Naturschutzgebiet Donauleiten mit seinen trockenen Steilhängen und den feuchten und schattigen Bachschluchten, wie dem Erlautal. Vom Gasthaus Kernmühle ging es auf dem Donausteig zunächst zur König – Max – Höhe in Wingersdorf. Anlässlich des Besuchs König Maximilian II. im Sommer 1852 in Kellberg, hatten Kellbergs Bürger ein paar Jahre später diese Gedenkstätte errichtet. Nach der grandiosen Rundschau in alle Himmelsrichtungen verließen die Pockinger den Erinnerungsort und wanderten auf schmalen Straßen durch beschauliches Gelände dem wildwüchsigen Erlautal entgegen. Ab der Holzschleife wählte die Gruppe den Höhenweg mit imposanten Felsformationen zu einer längst stillgelegten Bahnstrecke, die einst von Passau über Erlau nach Hauzenberg führte. Hier wurde früher auch der im Bayerischen Wald abgebaute Granit transportiert. Im engen Tal konnte die im Jahre 1903 aus Granitsteinen gebaute Eisenbahnbrücke als technische Besonderheit bestaunt werden. Begleitet vom Rauschen der tief unten fließenden Erlau erreichte man den Schlossberg. Jahrhundertelang bewachte die Burg Erlstein der Passauer Fürstbischöfe den bedeutenden Handelsweg entlang der Erlau. Die spätmittelalterliche Burg gibt es schon lange nicht mehr. Eine Informationstafel erinnert an die bewegte Geschichte des Burgstalls. Steil führt ein gesicherter Steig über eine Holzbrücke hinab zur Mündung des Figerbachs in die Erlau. Diese feuchtwarmen Bachtäler sind Heimat artenreicher Fauna und Flora. So wachsen hier die verschiedensten Farne und Moose und geben der Landschaft einen außergewöhnlichen Anblick. In diesem noch intakten Ökosystem bot sich den Wanderern ein beschaulicher Platz für eine längere Pause mit Brotzeit an. Nach der kraftschöpfenden Rast ging es weiter an der Erlau entlang zum Weiler Schmölz. Hier wurde früher Eisenerz aus Kellberg geschmolzen. Schmölz war einige Jahrzehnte Umschlagplatz des in Kropfmühl gewonnenen Graphits. Auf der ehemaligen privaten Schmalspur-Bahntrasse zog es die Gruppe noch ein kurzes Stück in das hauptsächlich mit mächtigen Erlen, Eschen und Weiden bewachsene Aubachtal hinein. Bei der architektonisch gefälligen, in reizvoller Umgebung liegenden Kapelle in Schmölz, legten die Wanderer eine letzte Verschnaufpause ein. Danach nahm man Abschied von den romantischen Bachtälern und wanderte auf Feld- und Waldwegen dem Donautal entgegen. Noch einmal ging es über den grandiosen Donausteig zurück zur Kernmühle. Auf der gemütlichen Gasthaus-Terrasse ließen die Wanderer mit Schmankerln des Hauses den kurzweiligen, 18 km langen Fußmarsch ausklingen.

Hochtour am Venediger Höhenweg

29.08. bis 01.09.2021

Hochtour am Venediger Höhenweg

Viertägige erlebnisreiche Wanderung für Pockinger DAV-Mitglieder im Nationalpark Hohe Tauern in Osttirol

Auf einem Teilstück des Venediger Höhenwegs erlebten acht Mitglieder der DAV-Ortsgruppe Pocking eine abwechslungsreiche Hochtour mit allem was das Wetter zu bieten hatte.

Bereits bei der am Sonntag um 6 Uhr beginnenden, vier stündigen Anreise über Reit im Winkel und Pass Thurn bis zum Felbertauern regnete es in strömen. Erst südlich des Alpenhauptkammes bei der Fahrt ins hintere Virgental zum Parkplatz in Bichl hörte es auf zu regnen und die ersten Sonnenstrahlen wechselten sich mit Wolken ab.

Nach dem die Wanderschuhe angezogen und die für alle Wettersituation gepackten Rucksäcke angeschnallt waren begann die Wanderung bei Sonnenschein mit einen gemächlichen Abstieg. Vorbei an der historischen Islitzer Mühle ging es hinunter an die Isel, dem Talfluss des Virgentals, deren Verlauf man nun flussaufwärts auf Wanderwegen folgte. Nach einer kleinen Mittags-Stärkung an der Islitzeralm begann begleitet von kurzen Regenschauern der Anstieg entlang der berühmten Umbalfälle zur Clara-Hütte, dem Ziel für die erste Übernachtung. Hierbei musste auf einer Länge von 5 km noch eine Differenz von ca. 550 Höhenmeter überwunden werden. Nachdem das Quartier bezogen war und die Rücksäcke im Bettenlager abgelegt waren, nutze die Gruppe die Zeit bis zum Abendessen für einen kleinen Spaziergang in den mit Felsblöcken bedeckten hinteren Abschnitt des Umbaltals. Beim anschließenden mehrgängigen Abendmenü wurde noch über eine Routenänderung für den nächsten Tag beraten, da die geplante “Schwarze Route“ für die bevorstehenden Wetterverhältnisse als zu gefährlich erschien.


Wie schon am Vorabend befürchtet ließ das nasse Wetter die für den 2. Tag geplante Gipfelbesteigung des Mullwitzkogels und den Übergang über die Hochkarscharte und Quirlwand zur Essener und Rostocker Hütte nicht zu. Da dieser anspruchsvolle Übergang laut den Beschreibungen in diversen Wanderführern auch für erfahrene Alpinisten nur bei trockener Witterung empfohlen wird, beschlossen Tourenbegleiter Stefan Scherr und Wanderführerin Anita Kälker den ungefährlichen Normalanstieg zu wählen. So begann um 8 Uhr morgens der zweite Tag zunächst mit einem zweistündigen Abstieg von der 2038 m hoch gelegenen Clara-Hütte, entlang der Aufstiegsroute vom Vortag bis zum Parkplatz in Ströden auf 1400 m. Von hier begann nach einer kurzen Rast zunächst auf einer gemächlich ansteigenden Forststraße, vorbei an der Stoanalm, der mit drei Stunden angegebene Anstieg durch das Maurertal zum Etappenziel Essener und Rostocker Hütte. Nach ca. einer Stunde mündete der Fahrweg in einen Steig und es begann ein mühsamer etwas steiler werdender Aufstieg bei Dauerregen. Der streckenweise wegen Erdrutschen und umgestürzten Bäumen unpassierbare ursprüngliche Pfad musste auf neu angelegten Wegen, die durch den anhaltenden Niederschlag aufgeweicht und rutschig waren, kräftezehrend umgangen werden. Erst nach dem Erreichen der Baumwaldgrenze und mit beginnenden griffigen Felsuntergrund wurde das Weiterkommen wieder etwas erleichtert. Auf der sich nun weitenden Talsohle führte der Weg zu einer ehemaligen Seitenmoräne des Simonykees, welcher hier vor ca. 150 Jahren noch bis auf eine Höhe von ca. 2100 m herab reichte. Die letzten 120 hm Schlußanstieg zur Hütte auf dem Moränenwall führten dann zum Teil entlang des eindrucksvoll, breit über einen Felshang herabstürzenden Maurerbaches. Den späten Nachmittag nutzten die vom Regen und Schweiß durchnässten Teilnehmer dann für eine Erholungspause. Ein kameradschaftlicher Abend bei einem vorzüglichen und reichhaltigen 3-Gänge Menü ließ dann die Strapazen des Tages schnell vergessen.


Für den dritten Tag war für den Vormittag zuerst der Übergang über das Türmeljoch zur Johannishütte ins Dorfertal geplant. Bei noch leichten Regen musste hierzu erst einmal, ein kurz oberhalb der Hütte beginnendes Hochmoor in einem großen Bogen durchquert werden ehe der Weg durch die noch nassen Hochalmwiesen an Höhe gewinnen ließ. Nun ging es in zahllosen Kehren, vorbei am kleinen Geiger, hinauf zum mit Neuschnee bedeckten, in 2790 m hoch gelegenen Joch neben dem Gipfel des Türmel. Der hervorragend markierte, im oberen Teil teilweise mit 20 cm Schnee bedeckte Weg war für die Alpinisten noch gut zu erkennen und ließ trotz beginnenden Schneefalls eine gefahrlose Überschreitung des Übergangs zu. Nach kurzer Rast und einem Gruppenfoto begann der am Anfang mit wenig Gefälle, durch Blockgestein führende Abstiegsweg, der sich dann in steiler werdende Almwiesen fortsetzte und die Sicht auf das Ziel für die Mittagspause freigab. Bei verschwinden Wolken und zunehmenden Sonnenschein während des weiteren Abstiegs wurde dann auf der Johannishütte in 2121 m Höhe eine verdiente Mittagspause eingelegt. Nach der Stärkung stand dann, beginnend bei wärmenden Sonnenschein, der mit ca. 3 Stunden dauernde westseitige Anstieg auf die ca. 850 m höher liegende Zopetscharte bevor. Anfangs steil durch blühende Almwiesen, später mäßig steil durch ein felsiges mit Steinblöcken bedecktes Hochtal führte der Weg hinauf zum höchsten Punkt der Tour. Ein nun von Westen einsetzender Schneesturm ließ keine lange Pause an der Scharte zu und zwang die Bergwanderer zum zügigen, aber in erster Linie auf Sicherheit bedachten Abstieg. Der Anfangs durch eine steile Felswand führende, mit zahlreichen Seilen gesicherten Abstiegsweg im oberen Teil erforderte von den Teilnehmern höchste Konzentration. Im weiteren Verlauf wurde der Steig, nun durch loses Blockgestein, bis zum oberen Talboden des Timmeltals immer flacher. Das letzte Teilstück des Weges bis zur Eisseehütte, dem Quartier für die dritte und letzte Nacht, verlief nun fast eben und glich einem Spaziergang. Ein unterhaltsamer Abend in der urigen Hütte ließ den anstrengend Tag zu Ende gehen.


Eine kalte Nacht – der Boden oberhalb der Hütte war am Morgen steinhart gefroren – aber strahlenden Sonnenschein erlebten die acht DAV-Mitglieder am Mittwoch, den letzten Tag der Hochtour. Nach dem reichhaltigen Frühstück ging es zuerst einmal ein kleines Stück aufwärts zum Eissee in 2680 m Höhe. Dem hier entspringenden Timmelbach, der im ersten Teil mal steil über kleine Felsstufen, mal breit in einem weiten Sandbett fließt, folgten die Bergwanderer nun auf einer Länge von ca. 1,5 km bis der Bach an einem Wasserfall in die Tiefe stürzt. Entlang des dann in südlicher Richtung weiterführenden Steig, weit oberhalb der Talsohle des Timmeltals, entlang an steilen Bergwiesen konnten dann zahlreiche Murmeltiere beobachtet werden. Eine kurze Rast in der Mittagssonne vor dem letzten Anstieg des nun nach nach Westen schwenkenden Pfades genossen die Teilnehmer am sogenannten Fenster, einem Punkt mit herrlichen Ausblick in das darunter liegende Virgental. Nach der Pause wanderte die Gruppe leicht ansteigend durch die blumenreichen Berghänge der Sajatmähder zur 2600 m hoch gelegen Sajathütte. Mit einer letzten Einkehr und einen wunderbaren Ausblick auf die südlich gelegene Lasörlinggruppe genossen die Bergwanderer die letzten Stunden der Tour die mit abschließenden 1200 Hm Abstieg zum Parkplatz zu Ende ging.

Ganz kurz zusammengefasst war die Hochtour begleitet von überaus freundlichen Hüttenpersonal, abwechslungsreichen und grandiosen Landschaften mit einer vielfältigen Fauna und Flora, sehr gut gekennzeichneten Wegen, stets gut gelaunten Teilnehmern und einem Wetter in allen Facetten.

Künzing – ein Teil des UNESCO-Welterbes

Pockinger DAV-Mitglieder auf dem Weg in die Römerzeit

Anlass für die Wanderung nach Künzing war die Auszeichnung des Donaulimes im Juli dieses Jahres zum UNESCO-Weltkulturerbe. Vom Vorplatz der spätgotischen Kirche mit romanischem Chorturm in Walchsing bei Aldersbach, machten sich 15 Pockinger Wanderfreunde/-innen auf eine Zeitreise in die römische Vergangenheit der näheren Heimat. Im nördlichen Gebiet des weitläufigen Vilstals, ging es auf schmaler Asphaltstraße und bequemen Feldweg dem Weiler Hiendlöd entgegen. Von hier aus reicht der Blick hinunter nach Aldersbach und weit in die bäuerliche Kulturlandschaft zwischen Rott und Vils. Wenig später tauchte die Gruppe in den urwüchsigen, leicht hügeligen Harter Forst ein. Entlang eines wildromantischen, mit Farnen und Moosen bewachsenen Bachtals, einer fantasievollen Feenlandschaft ähnelnd, wanderte die Gruppe weiter nach Thannberg. Mit einer prächtigen Aussicht in das Donautal und klarer Fernsicht zu den Bergen des Bayerischen Waldes, ging es nun auf abwechslungsreichen Wegen abwärts nach Künzing.

Auf niederbayerischem Boden erstreckt sich der römische Grenzwall von Bad Gögging über Regensburg, Straubing, Künzing bis nach Passau. In Künzing stand das um 90 n. Chr. erbaute Kastell Quintanis. Immer wieder gelang es Germanen, den Donaulimes zu durchbrechen und in das Römische Reich einzudringen. Jedoch konnten die militärisch überlegenen Legionäre, die Eindringlinge stets vertreiben und die Ostgrenze der Provinz Raetia für weitere Überfälle sichern. Um 270 n. Chr. drangen Alemannen in die inzwischen geschwächte Provinz ein und zerstörten das Kastell komplett. Archäologische Ausgrabungen brachten bedeutungsvolle Teile des Kastells hervor, so konnte nachgewiesen werden, dass sich in der Anlage u.a. Mannschaftsbaracken für etwa 500 Soldaten, Pferdeställe, Stabsgebäude und ein Lazarett befanden. Außerhalb des Areals wurden Überreste der Badegebäude und eines hölzernen Amphitheaters gefunden. In fünf niederbayerischen Römermuseen, bringen Zeugen der Geschichte dem Besucher die Römerzeit näher. Das Künzinger Museum Quintana zeigt u.a. Exponate des römischen Militärwesens, Gerätschaften des römischen Alltags sowie Schmuck und Schreibutensilien. Außerdem sind auch Ausstellungstücke, verbunden mit Besiedlungsspuren aus prähistorischer Zeit aus der Region, zu sehen Ergänzend ist noch zu erwähnen, dass das kleine Museum „Drehscheibe Pocking“ mit Informationstafeln und Gegenständen aus der Vorgeschichte und Römerzeit, einen Einblick in die Biographie der Stadt präsentiert. Am frühen Nachmittag verließen die Wanderer den Ort der Antike und marschierten in südlicher Richtung dem Ausgangspunkt entgegen. Nach dieser 20 km langen Themenwanderung, ließen die Kulturwanderer den etwas strapaziösen Tag im Aldersbacher Bräustüberl ausklingen.


Drei-Gipfel-Tour hoch über dem Attersee

Alpenverein Pocking durchsteigt den Brenner-Riesen-Steig

Es war wohl der heißeste Tag dieses Sommers als sich sechs Mitglieder von der Alpenverein-Ortsgruppe Pocking aufmachten zum Attersee. Vom Parkplatz kurz vor Weißenbach ging es ein kurzes Stück der Straße zurück bis zum „Forstamt“. Hier zweigte der Weg ab direkt zu auf die Steilwände des Höllengebirges. Zunächst durchwanderte man einen üppigen Waldgürtel. Schnell waren die ersten Höhenmeter geschafft. Nun wurde das Gelände steiler und felsiger. Seilversicherungen mahnten zur Vorsicht. Dann eine etwa 20m lange Eisenleiter auf der man die nächste Stilstufe überwinden konnte. Immer wieder boten sich herrliche Tiefblicke hinunter zum türkisfarbenen See. Nur gut dass der Steig noch im Schatten lag, denn es war drückend heiß. Dann endlich nach drei Stunden schweißtreibenden Aufstieges war der erste Gipfel, der Dachsteinblick, erreicht. Hier genoss man die Rundumsicht und eine kühle Brise. In der dampfigen Luft war der Dachstein aber nur schemenhaft zu erkennen. Am Südende des Sees erhob sich der Schafberg und auch ein Teil des Mondsees schob sich ins Blickfeld.
Nach einer herzhaften Stärkung folgte nun der schönste Teil der Tour. Der Steig verlief zum größten Teil immer an Bergkamm entlang mit einer ständigen Sicht hin unter zum See. Nach einer weiteren Stunde standen die DAVler nun auf dem 2. Gipfel der Tour, dem Madlgupf. Den letzten Gipfel, der Schoberstein erwanderte man sich in weiteren 45 Minuten. Nochmals rasten und nochmals die Tiefblicke auf den Attersee genießen bevor es in unzähligen Kehren hinunter nach Weißenbach ging.
Schweiß durchtränkt stürmten die Pockinger in den nächsten Biergarten, endlich was kaltes zu Trinken. Und natürlich gab es zum Schluss noch eine ergiebige Abkühlung im See.

 

 

In Eis und Schnee

Das Ziel, die zentralen Ötztaler Alpen, vermittelt ohne Zweifel eine Ahnung der Gletscherweiten, wie wir sie nur von Teilen der Westalpen oder den arktischen Landschaften kennen. Dorthin wollten wir, 12 Bergsteigerinnen und Bergsteiger der Ortsgruppe Pocking des DAV. Und es wurde zu einem großen Naturerlebnis.

Tag1: Wolken und Dauerregen begleiteten uns während der gesamten Anreise bis Vent im hintersten Ötztal. Erste Aktion war dann aber das Ersatzmamagement eines abgängigen Bergschuhes. Nach erfolgreicher Problemlösung gelang dann der regenfreie Aufstieg zum Hochjochhospiz über die Rofenhöfe und die Schlucht des Rofentales. Corona bedingt stand uns ein gesamtes Lager mit viel Platz exklusiv zur Verfügung.

 

Tag2: Schon früh am Morgen starteten wir den Aufstieg über den Delorette-Weg und erreichten bald den Bereich des nachts gefallenen Neuschnees. Blauer Himmel gewährte uns erste Blicke auf leuchtend weiße Gletscher und Gipfel. Dann hieß es Anseilen zur Querung des Kesselwandferners. Dieser und der sich anschließende Gepatschferner bilden ein riesiges Eisplateau, in dessen Mitte eine Felsinsel aufragt, auf welcher das Brandenburger Haus thront. Es ist mit 3277m die höchst gelegene Unterkunft des DAV.

 

Am Nachmittag bestiegen wir von dort die 3400m hohe Dahmannspitze: Die Wolken rissen auf und wir fanden uns in einem spektakulären Rundum-Panorama aus Gletscherweiten und Eisgipfeln wieder.

Tag3: Der Fluchtkogel, 3500m war dann das eigentliche Ziel unserer Tour. Bei schönem Wetter mit guter Sicht und nur spärlicher Bewölkung durchquerten wir in 3 Seilschaften die Weiten des oberen Kesselwandferners bis zum oberen Guslarjoch. Dort mussten die Steigeisen angelegt werden, da sich der Gletscher nun bis zu den Gipfelfelsen stark aufsteilt. Glücklich und staunend verweilten wir unter dem Metallkreuz des Gipfels. Der Abstieg vom Guslarjoch über den steilen Guslarferner erforderte dann noch einmal die volle Konzentration der 3 Seilschaften, zumal auch einige Gletscherspalten zu bewältigen waren. Nieselregen setzte ein, aber der Gletscher lag schon hinter uns. Bald erreichten wir die Vernagthütte und konnten uns den Vergnügungen eines Hüttenabends hingeben.

 

Tag4: Tiefhängende Wolken, leichter Regen, auf gut bayerisch Sauwetter geleitete uns zurück nach Vent, welches wir bereits nach 3 Stunden wohlbehalten erreichten. Bei einem üppigen Mittagsmahl im Gasthaus Weißkugel ließen wir die geglückte Unternehmung ausklingen.

 

Bericht: Ludwig Kronpaß

Der Scheiblingstein, 2.197m, eine Bergtour zu einem schönen Aussichtsberge in der Haller Mauer.

Alpenverein Pocking unterwegs in der Grenzregion von Oberösterreich und der Steiermark.

Eigentlich sollte es der Hohe Göll in den Berchtesgadener Alpen werden, aber durch das Unwetter der vergangenen Tage erschien die Tour als zu riskant. Auch die Wettervorhersage war nicht sehr vielversprechend. Was tun? Die Wetterapp versprach dann doch brauchbare Bedingungen, allerdings weiter östlich in den Oberösterreichischen Kalkalpen. Der Scheiblingstein, ein Grenzberg zur Steiermark bot sich als Ersatztour an.

Vier Alpinisten vom Alpenverein Pocking machten sich auf den Weg nach Spital am Pyhrn. Vom Parkplatz der Bosruckhütte auf ca. 1.000m Höhe ging es zunächst gemächlich am Rohrauer Haus vorbei bis zum Pyhrgasgatterl. Der Weg führte nun leicht abwärts durch einen üppigen Bergwald. Danach querte die Gruppe zweimal eine Forststraße bis der Steig 629 nach links abzweigte. Nun ging es stets moderat bergauf. Der Bergwald lichtete sich immer mehr und machte den Blick frei hinunter ins Admonter Becken, das unter einer dicken Nebeldecke schlummerte. Im stetigen Bergan wanderten die Pockinger durch die Latschenzone. Teppiche aus blühenden Alpenrosen, Steinnelken, Glockenblumen, Enzian und Teufelskralle zauberten ein buntes Arrangement auf die Grashänge. Nach und nach wurde die Vegetation immer spärlicher, es ging nun durch die „Lange Gasse“. Diese zieht sich durch eine karstige Landschaft in nördliche Richtung. Im gebührendem Abstand beobachten ein paar Gämsen die Szenerie, ließen sich aber bei ihrer Mahlzeit nicht stören. Die Gruppe erreichte auf ca. 2080m den Sattel zwischen Gr. Pyhrgas und Scheiblingstein. Nun schwenkt der Steig nach rechts auf den Nordgrat, dieser führt nun hinauf zum Gipfel. Nach 4 Stunden und knapp 1400 Höhenmeter Aufstieg standen alle vier am Gipfelkreuz auf 2.197m Höhe. Belohnt wurden die Pockinger mit einem grandiosen Panorama in alle Richtungen.

Nach der verdienten Gipfelbrotzeit ging es den gleichen Weg wieder zurück, natürlich mit einer Einkehr im Rohrauer Haus. Die Wetterapp hatte Recht, trocken und sonnig war der Tag, erst bei der Heimfahrt auf der Autobahn gewitterte es und es fing heftig an zu regnen.