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Kulturhistorische Wanderung im Klosterwinkel

DAV Ortsgruppe Pocking in der näheren Heimat unterwegs

Der aus dem Allgäu stammende Lehrer und Poet Josef Hofmiller (1872-1933) formulierte „zu Fuß unterwegs sein“ sehr präzise mit folgenden Worten: “Wandern ist eine Tätigkeit der Beine und ein Zustand der Seele. Das Gehen in der Natur eröffnet die zauberhafte Möglichkeit, aus der alltäglichen Zeit in die Zeitlosigkeit hinüberzugleiten“. Diese Wandlung der Gemütsverfassung erlebten fünf Wanderfreundinnen und -freunde auf dem Weg von Sankt Salvator zu den Hügelgräbern im Reutholz nahe Beutelsbach. Vom ehemaligen, vor 1000 Jahren errichteten Kloster der Prämonstratenser Sankt Salvator, führt der Ortenburger-Pilgerweg zunächst in nordwestlicher Richtung stetig bergan auf eine Anhöhe mit herrlicher Fernsicht zum Bayerischen Wald. Wenige Kilometer später erreichte die kleine Gruppe ein Plateau mit einer gewaltigen Öffnung in alle Himmelsrichtungen. Unterhalb der Erhöhung zeigte sich die aus Backstein gebaute, spätromanische Kirche St. Stephan in Bergham. Eine gemütliche, aus Hartholz gezimmerte Bank/Tischkombination lud die Gruppe zum Verweilen ein. Nach der kraftschöpfenden Pause war es nicht mehr weit zum ansehnlichen Hof Grillenöd mit eindrucksvoller Holzkapelle im „Schwedischen-Stil“. Auf Feldwegen ging es im freien Gelände bergab in das Tal der Wolfach. Der zweite Abschnitt der Tour erfolgte nun ohne Wegweiser und ohne Markierungen zum Wald mit den vorgeschichtlichen Sehenswürdigkeiten. Jetzt zeichnete sich ab, wie gut es ist, eine individuell geplante Exkursion vorzuwandern. Die schwülwarme Luft und ein Feldweg ohne schattenspendende Bäume, machte den Anstieg zum zweithöchsten Punkt dieser Wanderung zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Etwa um die Mittagszeit erreichte man den Reutholz-Wald. Allerdings wurde nicht der eigentliche, vom Wanderbegleiter bekannte Weg zu den Hügelgräbern gegangen, sondern ein anderer Pfad gewählt. Dennoch konnten die tief im Wald versteckten Hügelgräber rasch gefunden werden. Vielleicht hat St. Corona, die Patronin der Schatzsucher, die schnelle Entdeckung beschert. Nicht nur die Hügelgräber sind Zeugen eines prähistorischen Kraftortes, sondern auch die ganz in der Nähe liegende Keltenschanze (Kultstätte) deutet darauf hin. Da es so gut wie keine Literatur über diese Anlage gibt (der Wanderbegleiter konnte auch nach mehreren Recherchen keine finden), ist durchaus anzunehmen, dass einige der Hügel der Bronzezeit entstammen. Der Weg vom heidnischen Areal führt direkt ins christliche Terrain, nach Sammarei. Beim Kirchenwirt wurde eine längere Rast mit Essen und Trinken eingeplant. Nach der Stärkung war das nächste Ziel die Besichtigung der Wallfahrtskirche. Die Kirche, mit ihrem frühbarocken Raum, besitzt neben dem einzigartigen Schnitzaltar, Orgel, weitere Kostbarkeiten bedeutender bayerischer Bildhauer. Die Gnadenkapelle wird von Votivtafeln geschmückt. Im sanften Hügelland ging es nun zurück nach Sankt Salvator. Inzwischen bewölkte sich der Himmel und die Landschaft präsentierte ihre Wälder, Wiesen und Getreidefelder, Täler und Bauernhäuser im Wechsel des Lichtes und Wolken in sommerlicher Stimmung. In diesem traditionellen Bauernland sind Hofmillers Worte so gegenwärtig und man spürt und genießt den entzückenden Zauber der Schöpfung. Eine etwas anstrengende, aber abwechslungsreiche Wanderung endete wieder am Ausgangspunkt.

 

Blauberge, 26.-27.06.2021

Eine Tour ins Blaue sollte es werden – jedoch hatten einige von uns schon akribisch recherchiert und in der Tat den Bergkamm der Blauberge zwischen Tegernsee und Guffert enttarnt. Nichts bleibt geheim! Was uns nicht daran hindern sollte, zwei kurzweilige Bergtage zu genießen.

Wir starteten zu neunt im legendären Wildbad Kreuth, dessen verwaiste Hallenfluchten an große Zeiten unter Franz Josef Strauß (König von Bayern) erinnerten. Tempi passati! Schon bald waren die Almen von Siebenhütten erreicht und damit das vorläufige Ende des Spaziergangs. Wir schwenkten in die Wolfsschlucht hinein, 750 steile Höhenmeter vor oder besser gesagt über uns. Da hatten wir dann schon reichlich viel Sauerstoff unter und zwischen den Beinen. Doch schließlich gab es eine verdiente Mittagspause auf einem weiten Wiesensattel mit Blick auf das Karwendel. Der Gipfel des Tages war dann der Schildenstein mit 1613 Metern Höhe. Nach einer langen Querung erreichten wir am späten Nachmittag unser Tagesziel, die abseits gelegene Blaubergalm gegenüber der Guffert-Nordflanke. Doch die nächste alpinistische Herausforderung ließ nicht lange auf sich warten: das Matratzenlager im Stall! Der Aufstieg vom Sautrog ins Bett erforderte hohe Konzentration und Trittsicherheit im senkrechten Gelände. In luftiger Höhe mussten wir dann weiterhin mit dem Abstand zwischen Matratzenoberkante und Dachgebälk klar kommen. Dieser bewegte sich zwischen 20 und 50 Zentimetern. Einen kleinen Zwischenfall gab es dann doch noch am nächsten Morgen beim Abstieg vom Lager: Eine aufgerissene Hose und einige blaue Flecken waren die Folge – passt doch zu den Blaubergen! Am Sonntag überschritten wir dann bei strahlendem Sonnenschein den kompletten Blaubergkamm bis zur Halserspitze, mit 1862 Metern unser höchster Punkt. Dann folgte der lange steile Abstieg nach Norden, garniert mit einigen Kletterstellen im 1.Grad ohne Versicherungen. Wohlbehalten kamen wir am Nachmittag im Biergarten des „Alten Bades“ an und labten uns an Bier, Brotzeit, Kaffee und Kuchen.


Über den Nordwandsteig auf den 1.596m hohen Spitzstein.

Alpenverein Pocking endlich wieder gemeinsam unterwegs.

Die Sehnsucht nach den Bergen und der Gemeinschaft des Vereins war groß. Gleich b ei der ersten „Nach-Corona-Tour“ ging es mit 19 Personen ins Chiemgau auf Wanderschaft. Ziel war der 1.596m hohe Spitzstein.
Vom Parkplatz nahe Innerwald machte sich der Tross auf den Weg. Zunächst führte ein breiter Karrenweg in nördliche Richtung. Am Kohlstätter Bach schwenkte die Route nach Westen. Nach einer knappen Stunde erreichte die Gruppe den Übertritt über den Bach. Bis vor ein paar Jahren stand hier noch eine Brücke, diese wurde aber von einer Lawine weggerissen. Seither geht es von Felsbrocken zu Felsbrocken um trockenen Fußes ans andere Ufer zu kommen. Weiter schlängelte sich der Weg durch den Wald bergauf. Ein schmaler Steig zweigte nach rechts ab und leitete die Gruppe vorbei an einer Jagdhütte. Nun lichtete sich der Wald immer mehr und die sattgrünen Wiesen der Feichtenalm kamen immer näher. Der sanfte Bergrücken wäre der ideale Rastplatz gewesen, wenn denn nicht der Draht zum Petrus überlastet gewesen wäre. Eigentlich hatten alle sich auf Kaiserwetter eingestellt, stattdessen verdeckte eine graue Wolkendecke die Sonne, und dazu noch ein kalter Wind. Gott sei Dank hatten alle eine wärmende Jacke dabei. Da war die Pause leider nur von kurzer Dauer.
Nun folgte der schönste Teil der Tour. Auf dem schrofigen Gelände führte ein schmaler , wurzeliger Pfad über den Höhenrücken des Brandlberges. Im ständigen Auf und Ab ging es vorbei an steilen Felsabbrüchen. Latschenkiefern krallten sich fest an den rauen Felsgebilden und eine Vielzahl von Alpenblumen schmückten den „Steingarten“. Jetzt ging es ca. 80 Höhenmeter bergab auf einen grasigen Sattel und kurz danach ein Hinweisschild „Trittsicherheit und Schwindelfreiheit zwingen erforderlich“. Mit dem Blick auf die schroffen Nordabbrüche des Spitzsteins ging es durch eine Latschengasse wieder bergan. Dann endlich der Einstieg zum Nordwandsteig. Durch diesen steilen, feuchten Wegabschnitt erleichterten Tritthilfen und Seilversicherungen den Aufstieg. Nach und nach durchstiegen die 19 Bergler diesen pfiffigen und für manchen viel zu kurzen „Klettersteig“. Beim Ausstieg erblickte man schon das nahe Gipfelkreuz und die kleine Spitzsteinkapelle.
Jetzt hatte auch Petrus ein Einsehen und die Wolkendecke riss immer mehr auf. Der Lohn der Mühen, eine Gipfelrast mir Panoramablick.Zu Füßen des Spitzsteins breitete sich das Inntal aus. Darüber thronte das Kaisergebirge. Im Westen dominierte der Wendelstein und die Hochries und im Osten der Geigelstein.
Beim Abstieg ging es durch felsdurchsetztes Gelände steil südwärts bergab. Von weitem blickte man schon auf die einladende Terrasse der Altkaser Alm. Hier gab es dann die wohlverdienten Einkehr. Beim weiteren Abstieg wanderte man über Almgelände vorbei an der Aueralm und anschließend durch den Bergwald zügig hinunter bis zum Parkplatz.
Der Anfang ist wieder gemacht und alle freuen sich auf weitere gemeinsame Touren mit dem Alpenverein.

 

 

Alpenverein Pocking schaut positiv in die nächste Saison

Abwechslungsreiches Jahresprogramm 2021 erwartet alle Mitglieder und Bergfreunde.

Es war ein Schwieriges Vereinsjahr 2020. Mit dem Lockdown im April viel die Jahreshaupt-versammlung aus. Auch die Sonnwendfeier musste abgesagt werden und nun auch die geplante Weihnachtsfeier. Das gesellschaftliche Vereinsleben lag und liegt quasi auf Eis. Nur ab Juli bis zum Herbst hatte man so etwas wie Normalität. Aber nichtsdestotrotz haben sich die Tourenbegleiter und Vorstände wieder ein umfangreiches Jahresprogramm erarbeitet. Ab etwa dem 21. Dezember liegt das Heft 2021 bei den Sponsoren und der Gemeinde Pocking zum Mitnehmen aus. Online unter https://www.alpenverein-pocking.de/veranstaltungsprogramm kann schon jetzt im Programmheft gestöbert werden.
Sobald es das Covid-Geschehen wieder zulässt sind die Wanderleiter bereit für gemeinsame Touren. Auch der monatliche Ortsgruppenabend findet dann wieder statt, natürlich auch mit Multi-Media-Vorträgen.
Trotz Allem freut sich der Verein auf das kommende Bergjahr 2021. Im Programm werden wieder die verschiedensten Touren angeboten. Es ist für jeden etwas dabei. Dank der Tourenbegleiter, die sich Jahr für Jahr neue Ziele aussuchen, bleibt das Wander- und Bergtouren-Angebot kunterbunt. Das beginnt im Winter mit Schnee-Schuh-Wanderungen für Einsteiger. Schneeschuhtouren im alpinen Gelände und Langlauf-Touren im Bayerischen Wald. Wenn der unberührte Schnee in der Sonne glitzert scheint es als seinen tausende Diamanten darauf verstreut. Das Knacken unter den Schneeschuhen und das gleichmäßige „Ritsch-Ratsch“ der Langlaufski begleiten Wintersportler in der kalten Jahreszeit. Klettern in der Kletterhalle für Kinder, Jugendliche und alle die es mal probieren wollen steht im Februar auf dem Plan.
Mit einer MTB-Touren und einer gemütlichen Radltour beginnt der Frühling. Natürlich kommen Bayerwaldwanderungen und Bergtouren in den Voralpen nicht zu kurz. Die Natur erwacht, Tag für Tag wird die Schneedecke dünner und eine fülle von Frühlingsblumen erwachen aus dem Winterschlaf.
Im Mai können sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Klettersteigpark Trattenbach austoben, oder das Kletterteigen mal ausprobieren.
Im Sommer geht es wieder hoch hinauf in die Felsenwelt der hochalpinen Landschaften. Bergtouren von einfach bis stramm, eine Hochtour über Gletscher und etliche Mehrtages-Touren stehen auf dem Programm.
Der Herbst rundet die Saison mit Bergerlebnissen in bunter Natur ab.
Der Alpenverein Pocking freut sich mit auf ein abwechslungsreiches, unfallfreies Bergjahr 2021.

In diesem Sinne, bleibt alle gesund!

Pockinger erkunden die Huckinger Seen

Der Holzöstersee zählt zu den wärmsten und daher bekanntesten Badegewässern des Innviertels. Doch wer kennt die Huckinger Seen? Vergessen und versteckt liegen sie am Südrand des riesigen Weilhartforstes.
Vom Pockinger Alpenverein sind 13 unerschrockene Mitglieder bei unsicherer Wetterlage auf die Suche gegangen. Bei der Ankunft am Parkplatz des Holzöstersee wollten einige Unentwegte das angeblich warme Wasser testen. Aber für ein Bad war es doch zu kühl. Dafür wurde die Landschaft und das Panorama mit der Kamera eingefangen.
Am Hehermoos vorbei führte die Wanderroute zum Pestkreuz. Danach passierte man ein Wildgehege. Eine Hirschkuh dachte wohl die Wanderer seien Artgenossen*innen. Mit grazilen, vorsichtigen Schritten kam sie immer näher und hoffte wohl, aber vergebens, auf einen Leckerbissen. Durch offenes Gelände und Wald ging es immer leicht auf und ab. An einer Waldhütte gab es die erste größere Rast. Jetzt wagte sich auch ganz vorsichtig die Sonne hervor und begrüßte die gut gelaunten Wanderer*innen. Gestärkt an Leib und Seele wurden kurz danach tatsächlich, nach passieren eines Drehkreuzes, die „Huckinger Seen“ gefunden. Als erstes trifft man auf den größeren der drei einsamen Waldseen. In diesem dümpelt sogar eine „schwimmende Insel“ herum. Zwischen ihnen gurgelt ein Bächlein, dessen Wasser schließlich im moorigen Boden versickert. Jetzt hat die Gruppe wieder festen Boden unter den Wanderschuhen. Auf verschlungenen Wegen wurde der Rückweg durch den Weilhartforst begonnen. Eine „Schwammerl-Fee“ wurde vom Sammelvirus erfasst und hätte beinahe den Anschluss an die Gruppe verpasst. Am Zahnwehkreuz vorbei ging es wieder zurück zum Parkplatz.
In Holzöster wurde die Gruppe noch in einer Museum ähnlichen, aber sehr schönen urigen, „Einkehr“ am warmen Kachelofen mit Glühmost, Innviertler Brett’l Jause, Kaffe und Apfelstrudel für die Heimfahrt gestärkt.
Damit ging wahrscheinlich für dieses Jahr die letzte offizielle, aber interessante und entspannte Tour, der Alpenvereins Ortsgruppe Pocking zu Ende.


Auf das Dach des Sengsengebirges.

Alpenverein Pocking erklimmt den 1.963m hohen Hohen Nock.

Eine 7-köpfige Gruppe Bergfreunde vom Alpenverein Pocking machte eine herrliche Herbsttour in Nationalpark Kalkalpen. Ziel der Tour war der Hohe Nock.
Ausgangspunkt der Bergwanderung war der Parkplatz am Jagdhaus Rettenbach. Über den Budergrabensteig ging es zunächst durch einen Buchenwald. Der Fönsturm am Vortag hatte eine Anzahl Bäume geworfen, diese galt es zu überwinden, was nicht immer ganz einfach war. Endlich hatte man die Schikanen hinter sich gelassen und der Wald lichtete sich. Bei dunkelblauem Himmel und strahlendem Sonnenschein wanderte die Gruppe in gleichmäßiger Steigung bergauf. Der Steig schwnkte nun nach Osten und macht einen großen Bogen im Latschenhang. Es ging vorbei am Merkensteinbründl und etlichen Dolinen. Bei ca. 1.88m Höhe weichten die Latschen immer mehr den Grasmatten. Der Weg zog sich nun nach Westen dem Gipfelaufbau entgegen. Bei einer längeren Pause genossen die DAVler den Blick nach Süden auf die mit Schnee überzuckerten 2000er des Toten Gebirges.
Das letzte Stück des Steiges verlief an der Geländekante, hier stürzt das Bergmassiv fast senkrecht nach Nordosten ab. Es boten sich schwindelerregende Tiefblicke. Kurz vor dem Gipfelziel folgte noch eine kurze Kletterei, und um Punkt 12.00 Uhr Mittags erreichten die Pockinger das Gipfelkreuz des Hohen Nocks. So abweisend sich die Felsabbrüche auch zeigten um so lieblicher war es auf dem großem Hochplateau. Nach 1350 Höhenmeter im Aufstieg hatte sich die Gruppe nun eine längere Pause redlich verdient. Die weichen Grasmatten waren perfekt für die Gipfelbrotzeit. Nun gab es zur Belohnung für die Aufstiegsmühen Panoramablicke in alle Himmelsrichtungen. Im Norden zeigten sich die Oberösterreichischen Voralpen, im Osten das Gesäuse, im Süden das Tote Gebirge und nach Westen reichte der Blick über das Höllengebirge bis zum Schafberg. Gefühlt tausend Gipfel reihten sich nacheinander am Horizont auf. Am liebsten wären alle hier oben geblieben. Erst als ein kalter Wind die Idylle störte machte man sich wieder auf zum Abstieg. Dieser erfolgte auf dem gleichen weg wie beim Aufstieg.
Eine eindrucksvolle Bergtour an einem goldenen Oktobertag ging zu Ende.


Pockinger DAV-Wandergruppe unterwegs im Rottaler Hügelland

Wanderung von Anzenkirchen nach Bayerbach

Des frühen Herbstes ganze Kraft motivierte neun Wanderfreunde/innen der DAV-Ortsgruppe Pocking zu einer Exkursion in der näheren Heimat. Von Pocking aus ging es mit der Südostbayernbahn nach Anzenkirchen. Stets bergauf führte ein Waldweg zum ansehnlichen Vierseithof Numberg. Bei der kunstvoll restaurierten Hofkapelle konnte man die herrlichen Ausblicke ins Rottal genießen. Nach kurzer Rast erreichten die Wanderer einen bequemen Höhenweg durch den Höllwald, welcher mit seiner verschiedenartigen Pflanzenvielfalt beeindruckte. Hier wurde man auf die verstreut liegenden Gesteinsbrocken aus Quarzkonglomerat aufmerksam. Schließlich erreichte man den auffälligsten Stein – den Drachenfelsen, wo die sagenhafte Kräuterhexe durch die Wolken auf alle vorbeikommenden Wanderer blickt. Das nächste Ziel war der erhöht liegende Kirchhofplatz in Asenham. Einst stand hier eine Burg, die zwischen dem 12. und 18. Jahrhundert verschiedene Besitzer hatte. Die Burg gibt es nicht mehr, nur noch der Chor der Kirche St. Leonhard mit seinem neugotischen Hochaltar geht auf eine ehemalige Kapelle aus dem 15. Jahrhundert zurück. Das Langhaus und der Turm wurden im neugotischen Stil in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet. Nach Verlassen des historischen Areals, marschierte man auf einem Feldweg bergan dem weit sichtbaren Krokodilstein entgegen. Der freiliegende Felsen fasziniert durch seine krokodilähnliche Form, die er durch Wind und Wetter im Laufe der Jahrtausende erhalten hat. Als weitere Sehenswürdigkeit wurde die abseits vom Wanderweg gelegene, hochgotische Kirche St. Georg auf dem Hölzlberg bewundert. Der dann folgende Wegabschnitt führte die Wanderer auf die Höhenlagen von Steinberg. Weit reicht von hier oben der Blick über das fruchtbare Bauernland, das eingebettet in der sanften Hügellandschaft mit seinen Feldern, Weiden und Wiesen, liegt. Eingerahmt von Laubmischwäldern, Fichten Kiefern und Tannen gleicht diese paradiesische Landschaft einem imaginären Gemälde. Sehr gerne hätten die Naturliebhaber die schöne Aussicht noch länger genießen wollen, doch die Zeit drängte, es war noch ein gutes Stück Weg zum Bahnhof. Im Zug von Bayerbach nach Pocking ließ man die etwas anstrengende, aber erlebnisreiche Wanderung noch einmal Revue passieren.

Trappistenrunde

 

Eine Gruppe des Alpenvereins Pocking erwanderte die Trappistenrunde hoch über der Donau.  Vom Parkplatz des Klosters Engelhartszell ging es steil aufwärts zum „Panoramablick Moarfelsen“. Die Gruppe wanderte weiter nach St. Aegidi vorbei an einem herrlichen Sonnenblumenfeld. Natürlich durfte ein Besuch beim Forellenzirkus nicht fehlen. Durch die schöne Landschaft des Sauwaldes wanderten die Teilnehmer weiter zum Aussichtspunkt „Thron“ und hatten eine wundervolle Aussicht ins Donautal. Bei wunderschönem Wetter ging es zurück zum Parkplatz Engelhardszell, wo noch die schöne Klosterkirche besichtigt wurde.

Panoramatour-Windischgarsten

Acht Mitglieder der DAV-Sektion Bad Griesbach i.R. und der Ortsgruppe Pocking, unternahmen bei besten Bedingungen, eine aussichtsreiche Panoramatour bei Windischgarsten. Startpunkt war der Parkplatz in Mayrwinkel. Nach einer kurzen idealen „Warmlaufstrecke“ ging es auf einem Steig durch die „Hölle“ auf den Patzlberg. Der geplante Rastplatz für eine erste Trinkpause war leider durch Forstarbeiten total beschädigt und es musste improvisiert werden. Auf dem „Leitersteig“ ging es im schattigen Wald kontinuierlich bergan. Dieser schmale teils auch ausgesetzte Pfad zieht sich durch die steilen, mit Felsen und Geröllhalden durchsetzten Südhänge des Sengsengebirges. Die Tiefblicke in das Salzabachtal waren teilweise atemberaubend. Das Rauschen des Gebirgsbaches begleitete die Bergwanderer. Am Speikkogel, ein imposanter Aussichtsbalkon, gab es dann eine längere Pause. Gut gestärkt ging es nochmals steil bergauf, bis man über einen Sattel das Almgelände am Laubkögerl erreicht hat. Nun konnte man etwas entspannter auf Alm- und Forststraßen der höchsten Erhebung der Tour, dem Kleinerberg 1.287 m, näher kommen. Das Panorama reicht vom Hintergebirge ins „Xeis“ zum großen Buchstein über die Haller Mauern mit Scheiblingstein, Kleinem und Großen Pyhrgas. Der Blick schweift über den Bosruck weiter zum Warscheneck und Spitzmauer zum Großen Priel, um hier nur einige markante und bekannte Gipfel zu nennen.

Nach dieser ausgiebig, genussreichen Rast in der Sonne, wurde über den steilen Schafsteig in Richtung Wurbauerkogel abgestiegen. So ein Abstieg über einen „heißen“ Südhang soll nicht unterschätzt werden. Es ging dann weiter in Richtung Bannholzmauer. In dieser Felsmauer mitten im Wald ist ein Klettersteigpark verbaut. Einigen Tour Teilnehmern juckte es in den Beinen und Armen und sie hätten am liebsten gleich 2 – 3 Varianten ausprobiert. Aber ohne entsprechende Ausrüstung ging dies natürlich nicht. Glücklich und zufrieden am Parkplatz angekommen, lud der Salzabach noch zu einem erfrischenden Fußbad ein. Zum Abschluss der gelungenen Tour wurde in Windischgarsten noch in einem Cafe eingekehrt. Nach dem Genuss von kühlen Getränken, leckerem Kuchen, kräftigem Cafe und einem zartschmelzenden Eis trafen alle Teilnehmer wieder in Pocking ein.


Eine Audienz bei der 3.360m hohen Tauernkönigin

Alpenverein Pocking unternimmt kombinierte Hochtour über den Detmolder Grat zur Hochalmspitze.
Die Besteigung der Hochalmspitze in den Hohen Tauern ist ein anspruchsvolles Unterfangen, das vom Bergsteiger alpine Erfahrung, absolute Schwindelfreiheit und Top Kondition verlangt.
Als Rivalin“ des Großglockners stand dieser formschöne Berg schon lange auf der To-Do-Liste vom Alpenverein Pocking.
Während die meisten Bergsteiger von der Gießener Hütte aus aufsteigen, wählten die Pockinger eine etwas andere Variante. Von Mallnitz aus ging es zunächst mit der Ankogelbahn hinauf zum Hannover-Haus auf 2.565m. Von dort zeigte sich schon majestätisch die Tauernkönigin. Aber der Weg dorthin war noch weit und steinig. Auf dem Celler-Steig wanderten die fünf Pockinger zur Celler-Hütte (2.238m). Da diese Unterkunft eine Selbstversorgerhütte ist musste der Proviant auch selber mitgebracht werden. Gaskocher, Geschirr und Quellwasser waren vorhanden. Das Abendessen bestand dann aus Spagetti, Tomatensoße, Gurken und Rotwein. Im Matratzenlager verbrachte man nun die erste Nacht.


Nach einer doch etwas kurzen Nacht dann DER Tag. Frühmorgens schon der Aufbruch hinüber zur Lassacher Winkelscharte, 2.856m. Immer auf fast gleicher Höhe querte man den Talschluss vom Seebachtal. Bei einer kleinen Bergwachthütte eine kurze Pause und schon gleich kamen die Steigeisen zum Einsatz. Beim Aufstieg zur Scharte lag noch ein großes Firnfeld, das nach oben hin immer steiler wurde. An dessen Ende dann der erste Klettersteig, B/C. Nun hieß es Klettersteigset anlegen. Gleich die ersten Höhenmeter forderten die Alpinisten mit einem fast senkrechten Aufschwung. Oben auf 2.856m angekommen endlich der freie Blick nach Osten.
Nach dem schattigen Aufstieg nun endlich Sonne. Weit unten lag die Gießener Hütte und linker Hand zeigten die Trittspuren im Schnee den weiteren Aufstiegsweg. Nur kurz pausieren und schon ging es weiter über Blockgelände und Altschneefeldern immer rechts vom Grat entlang aufwärts. Danach eine kurze Kletterstelle nach unten und die Querung des Trippenkeeses. Nun standen alle am Einstieg zum Klettersteig des Detmolder-Grates, C/D. Nun zog sich der Klettersteig teilweise recht ausgesetzt immer am Süd-West-Grat entlang. Schwindelerregende Tiefblicke, kräftezehrende, auf Reibung gehende Querungen und ein stetiges Ein- und Ausklinken der Sicherungshaken forderten von den Alpinisten vollste Aufmerksamkeit.
Endlich war der Gipfel erreicht. Überglücklich standen alle am Gipfelkreuz auf 3.360m und ließen die Szenerie auf sich wirken. Ein grandioses 360° Panorama zeigte sich den Pockingern. Doch nun folgte der Abstieg über die „Steinernen Mandln“. Von weitem schon sah man diese markante Felsformation. Dieser Teil der Überschreitung forderte nochmals vollste Konzentration, denn das Gelände war nicht weniger schwierig als der Aufstieg, nur dieser Abschnitt ist bei weitem nicht so gut seil-versichert. Ausgesetzte Klettereien und ungesicherte Gratpassagen begleiteten die Alpinisten bis zur Scharte oberhalb den Trippenkeeses. Hier ging es nochmals senkrecht am Drahtseil und auf Klammern nach unten zum Gletscher. Wieder Steigeisen anlegen, denn auch wenn genügend Altschnee vorhanden war durften die DAVler die extreme Steilheit nicht unterschätzen. Nach und nach meisterte jeder diesen heiklen Abstieg. Endlich flachte das Gelände ab und über Firnfelder ging es schnell bergab zur Gießener Hütte. Ausgepowert und glücklich über das Geschaffte genossen alle den Hüttenabend.
Am 3. Tag stand die Überschreitung der Mallnitzer Scharte, 2. 673m und der Abstieg zum Arthur-von Schmid-Haus auf dem Programm. In einem weiten Bogen querte der Buderusweg das Hohe Gößkar. Unterhalb der Scharte wieder ein steiles Firnfeld. Wieder Steigeisen anlegen. Oben an der Scharte angekommen ein besorgter Blick in den Himmel. Hoffentlich hält das Wetter! Nun folgte der Abstieg ins Dösener Tal. Die Wegfindung gestaltete sich teilweise schwierig, denn die Bergsteiger mussten durch ein Labyrinth aus riesigen Felsbrocken. Mittlerweile fing es auch noch an zu regnen und die Sicht wurde immer schlechter. Gott sei Dank wurde der Weg wieder angenehmer. Und plötzlich tauchte sie aus dem Nebel auf, die Hütte am Dösener See 2.275m. Durchnässt erreichte die Gruppe ihr letztes Nachtquartier.
Am nächsten Morgen hatte es aufgehört zu regnen. Wie ein Sparziergang schien nun der Abstieg durchs Dösental nach Mallnitz. Eine herausragende Tour war zu Ende.