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Winterwanderung auf den Geißkopf bei Bischofsmais

Alpenverein Pocking musste flexibel sein

Es sollte bereits im Januar eine Schnee-Schuh-Schnuppertour sein, hinauf zum Geißkopf im Deggendorfer Vorwald. Aber der Winter 2023/24 verlangt von den Pockingern Schneeschuh-Begeisterten wieder einmal Flexibilität. Im Januar waren es die Wetterverhältnisse die dazu führten die Schnuppertour zu verschieben. Nun hat aber der Winter wieder mal eine Pause eingelegt. Für Bergwanderleiterin Anita Kälker war nun klar, das wird eine „Frühlingswanderung“. Spontan haben sich sieben Pockinger DAVler aufgemacht um die Tour nachzuholen, und statt Schneeschuhen waren Glödeln im Rucksack.
Vom Parkplatz am Ruselabsatz marschierte die Gruppe in nördliche Richtung, vorbei an der „Josefsbuche“ bis zum Pavillon bei der Hölzernen Hand. Nun wählte man den linken Weg in Richtung Landshuter Haus. Nach etwa 1 ½ Stunden war das nächste Etappenziel erreicht, ein Gedenkstein in der Nähe der Bergwachthütte. Hier gönnte man sich eine kleine Pause.
Das Gelände war nass und mit Schneeresten bedeckt. Über Stock und Stein erreichte man schließlich den Breitenau Riegel. Auf dem gut 1000m hohen Felsgebilde hatten die Pockinger eine Fernsicht bis zu den Berchtesgadener Alpen.
So gegen 12.00 Uhr erreichte die Gruppe dann das Landshuter Haus, das leider wegen Umbaumaßnahmen geschlossen ist. Man hatte eigentlich mit strahlenden Sonnenschein gerechnet, aber die Wetterapp hatte sich geirrt. Mittlerweile zog der Himmel immer mehr zu. Trotzdem, die Temperaturen waren im Plusbereich und von Regen keine Spur. Für zwei der Teilnehmer war hier das Tagesziel erreicht. Auf der windgeschützten, mit Tischen und Bänken bestückten Terrasse ließ man sich gerne nieder.
Die anderen fünf wollten noch zum Geißkopf mit seinem hölzernen Aussichtsturm, der nach einer weiteren halben Stunde erreicht war. Hier würde um diese Jahreszeit reger Skibetrieb herrschen, aber die Pisten waren verweist und schneefrei. Auf dem Turm konnten die Pockinger den Weitblick genießen. Der Himmel war zwar bedeckt, aber die Berge frei. Großer Arber, Rachel und Lusen standen Spalier und auch ein weitgehend gut sichtbares Alpenpanorama zeigte sich am Horizont.
Über den Geißkopf-Rundweg wanderten die fünf zurück zum Landshuter Haus. Klar wurden hier die Rucksäcke geplündert. Brotzeit und Tee kamen jetzt gerade recht. Gut gestärkt machte man sich auf den Rückweg. Es ging vorbei am Hochmoor und weiter durch den Wald bis zur Hölzernen Hand. Hier schloss sich der Kreis und es ging auf bekannten Weg zurück zum Parkplatz. In einer nahen Berghütte des Waldvereins gab es dann noch den wohlverdienten Einkehrschwung.


Ein Frühlingstag mitten im Winter

Alpenverein Pocking erwandert den 1.748m hohen Hochgern.

Es sollte eine Schneeschuh-Tour werden, aber das Wetter hatte auf Frühling geschaltet und so machten sich fünf Pockinger DAV-Mitglieder auf ins Chiemgau. Schon bei der Anfahrt diskutierte man: „Brauchen wir die Schneeschuhe überhaupt“
Vom Wanderparkplatz unterhalb der Burg Marquardstein starteten die Wanderer nun ihre Tour. Die Schneeschuhe blieben im Auto.
Der Süd-west-seitige Aufstieg folgte zunächst einer Forststraße. aber schon bald zweigte der unmarkierte, alte Zustiegsweg ab. Nach etwa einer Stunde öffnete sich das Gelände der Argergschwend-Alm. Die Sonne strahlte von einem tiefblauen Himmel und an der Südseite der Almhütte gönnte man sich eine Sonnenpause.
Anschließend kamen dann die Grödeln (Spikes) zum Einsatz. Es hatte zwar auf dieser Höhe keinen Schnee mehr, aber der Weg durch den Wald war stellenweise von etlichen gefährlichen Eisplatten Überzogen. Schon bald verließen die fünf Pockinger den Wald und es öffnete sich der Blick ins Tal und zu den umliegenden Chiemgauer Bergen. Nach ein paar Kehren zeigte sich die kleine Enzianhütte. Sie war zwar geschlossen, aber an der Sonnenseite waren Bänke aufgestellt. Da ließ man sich nicht lange bitten, eine Getränkepause kam gerade recht. In der Sonne fühlte es sich an als wäre schon der Frühling im Anmarsch.
Das nächste Ziel war nun der 1.748m hohe Hochgern. Mittlerweile gab es dann doch eine geschlossene Schneedecke. Harschig, immer mal angetaut und wieder gefroren. Der gut eingetretene Steig führte am Hochgernhaus vorbei und anschließend hinauf zum Startplatz der Gleitschirmflieger. Es ist jedes mal ein Schauspiel wenn die bunten Schirme aufgehen und dann lautlos durch die Lüfte gleiten.
Nun zog sich der Steig dem Gipfel entgegen. Es war genau zur Mittagszeit als die Gruppe das Gipfelkreuz und die kleine Kapelle erreichten. Sonne pur und ein sagenhaftes Panorama breitete sich vor den Wanderern aus. Im Norden der Blick hinunter zum Chiemsee und hinaus ins Alpenvorland bis zu den sanften Bergen des Bayerischen Waldes. Nordöstlich, am Horizont stand der Traunstein parat und es folgten die Salzburger Berge mit dem Dachstein, die Berchtesgadener Alpen mit Hohem Göll und dem Watzmann. Weit hinten zeigte sich der Hochkönig und es folgten noch gefühlt tausend Gipfel die wie zum Greifen nah sich präsentierten.
Nach der verdienten Gipfelrast mit Brotzeit aus dem Rucksack folgte man der Aufstiegsspur hinunter zum Hochgernhaus. Selbstverständlich gab es da noch einen Einkehrschwung beim neuen Hüttenwirt. Flotten Schrittes wanderte man anschließend wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Schneeschuhwanderung zum Österreichischen Pöckenstein

Alpenverein Pocking eröffnet die Wintersaison

Die Wanderung vom Dreisessel zum Österreichischen Plöckenstein ist zu jeder Jahreszeit ein Klassiker, und gerade richtig für eine Schneescuh-Eingehtour.
Es waren acht Mitglieder vom Alpenverein Pocking die vom Parkplatz des Dreisesselhauses starteten. Nach einem kurzen Stück auf der schmalen Straße ging es bereits auf den gut eingetretenen Wanderweg. Dieser verläuft auf der Grenze zwischen Tschechien und Bayern über den Hochkamm. Der harschige Schnee glitzerte im Schein der Wintersonne. Auf beiden Seiten des Steiges ragten unzählige toter Bäume in den blauen Himmel. In langsamen Schritten stapften die DAVler im Stetigen sanften Auf und Ab über den Höhenrücken. Das erste Zwischenziel war die Felsformation des Bayerische Plöckensteins. Von hier reichten die Blicke bereits weit hinein in den Sumava-Nationalpark.
Nach einer kurzen Teepause machte man sich wieder auf den Weg zum nächsten Zwischenziel, dem Drei-Länder-Eck. Der Schnee knirschte unter den Schneeschuhen und es ging vorbei an, wie von Riesenhand aufgeschichteten Felsformationen. Es geht leicht bergab und schon war der Drei-Länder-Mark erreicht. Der Eckstein war bis zur Hälfte im Schnee versunken und auch von der Steinernen Tischgruppe war nichts zu sehen. Bereits 1765 gab es hier eine Drei-Länder-Mark.Sie Markiert das Zusammentreffen der Grenzen von Deutschland, Österreich und Tschechien. Der heutige Grenzstein wurde 1993 errichtet.
Nach einem kurzen Fotoshooting stapften die Pockinger wieder weiter in Richtung Osten. Kurzzeitig konnte man ein Stück vom Moldaustausee erblicken bevor der Weg gen Gipfel schwenkte. Es war genau zur Mittagszeit als die Gruppe den Gipfelaufbau mit samt dem eindrucksvollen Kreuz erreichte.
Der Österreichische Plöckenstein mit seinen 1321m ist somit die höchste Erhebung des Mühlviertels und Südböhmens. Der eisige Böhmische Wind pfiff den Wanderern um die Ohren, aber an geschützten Stelle konnte man sich mir Tee und Brotzeit aus dem Rucksack stärken. Doch bevor es zurück ging wurde noch das grandiose Panorama bestaunt.
Im Westen reichte der Blick zurück über den Aufstiegsweg bis zum Dreisesselhaus, zum Lusen und zum Haidel. Im Norden und Nordosten schweiften die Blicke über die sanften Gipfel des Böhmerwaldes bis zum Lipno, den Moldaustausee. Aber das absolute High-Light war der Blick auf die Alpenkette. Die fönige Wetterlage ließ die Gipfel von Hohen Priel, Dachstein, Watzmann…wie zum Greifen nah erscheinen. Dann noch die besondere Lichtstimmung, sie tauchte das Ambiente in ein gelb-oranges Licht. Da galt es einfach nur aufsaugen und festhalten.
Der unangenehme Wind kroch dann doch so langsam durch die Jacken, es war Zeit für den Rückweg, der entlang der Aufstiegsroute erfolgte.
Ein herrlichen Winterwandertag ging zu Ende.


Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen und Weihnachtsfeier beim Alpenverein Pocking.

Mit einer verjüngten neuer Vorstandschaft ist die Zukunft des Vereins gesichert.

Das Jahr neigt sich seinem Ende zu und beim Alpenverein Pocking standen noch zwei Termine im Programm. Als erstes die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen im Oktober. Es gab vieles vom schon fast vergangenen Bergjahr zu berichten.

Nach der Begrüßung durch die noch erste Vorsitzende Anita Kälker und den Gedanken an die verstorbenen Mitglieder folge gleich ihr Rechenschaftsbericht. Mit einer Mitgliederzahl von 416 Personen ist der Verein gut aufgestellt. Es gab 2022 10 Austritte und dem gegenüber 21 Eintritte. Die Ortsgruppenabende waren immer gut besucht, vor allem weil es jedes mal einen Bildervortrag von Vereinstouren oder eindrucksvollen Reisen gab. Auch in den Sommermonaten wird der Ortsgruppenabend im Biergarten gerne angenommen. Ein große Erfolg war wieder das Klettern im Klettergarten im Rahmen des Ferienprogramms der Stadt Pocking.

Der Winter 22/23 war sehr wechselhaft. Es gab einmal viel Schnee und dann wochenlang nichts mehr. Und zum Schluss als ihn keiner mehr brauchte kam nochmals eine große Schippe voll. Von den neun ausgeschriebenen Schneeschuhtouren konnten leider nur sechs gemacht werden. Unter anderem die jährliche MondscheinTour auf den Lusen. Natürlich eine Schneeschuh-Schnuppertour und eine „Lawinenübung“ auf dem Hochgern. Diese werden jedes Jahr gemacht.

Es gab gemeinsame Wanderungen mit der DAV-Sektion Bad Griesbach und Radtouren durchs Rottaler Hügelland. Mit insgesamt 16 Wanderungen, Bergtouren und Mehr-Tages-Touren waren die Pockinger vom Frühling bis in den Herbst sehr aktiv. Darunter waren leichte Wanderungen im Bayerischen Wald, Stramme Bergtouren in den Alpen und Mehr-Tages-Touren in der Rieserferner-Gruppe, im Karwendel, und in Osttirol.

Einen durchaus erfreulichen Bericht machte der scheidende Kassenwart Uli Schauwecker. Die Kasse der Ortsgruppe Pocking ist gut gefüllt und so konnten etliche Ausrüstungsgegenstände besorgt werde. Darunter waren Kletterseile, Klettergurte, Klettersteigsets und für die kommende Wintersaison neue LVS-Geräte.

Einen besonderen Dank gab es für Margit Reil. Sie und Boris Felber organisieren seit dem November zusammen mit der Sektion Bad Griesbach immer einen Kletterabend in einer Kletterhalle.
Nach der Entlastung des Kassenwarts und der Vorstandschaft kam es zu den Neuwahlen. Der langjährige Kassenwart Uli Schauwecker stellte sich für das Amt leider nicht mehr zur Verfügung, und auch Anita Kälker gab ihren Posten als erste Vorsitzende ab.

Die neue Vorstandschaft.

1. Ortsgruppenvorsitzende: Margit Reil

2. Ortsgruppenvorstand: Dr. Ludwig Kronpaß

Kassenwart: Anita Kälker

Schriftführerin: Sonja Baier

Jugendarbeit: Mathias Zimmermann und Susanne Kälker

Beiräte:

Anneliese Felber

Boris Felber

Christian Lippl

Georg Seitz

Gotthard Stöfl

Stefan Scherr

Danach folgten die Ehrungen langjähriger Mitglieder.

Für 25 Jahre Treue wurden geehrt:

Anita Obermaier, Anna Hösamer ,

Benjamin Bieberstein, Florian Huber, Martin Hösamer, Otto Sterl

Für 40 Jahre Teue werden geehrt:

Christine und Felix Bauer, und Franz Reindl.

Ausklingen ließ man den Abend mit einem gemütlichen Beisamensein.


Zur Weihnachtsfeier wurde am 9. Dezember eingeladen. Der Saal im Vereinslokal Hotel-Gasthof Pockinger Hof war gut gefüllt.

Nach der Begrüßung von der ersten Vorsitzenden Margit Reil richtete der dritte Bürgermeister der Stadt Pocking, Herr Grömer, ein paar Worte an die Gäste. Gedichte und selbst gesungene Lieder lockerten den Abend auf. Natürlich gab es auch Geschenke für das Engagement der Tourenbegleiter, es gab für jeden ein Alpenvereinsjahrbuch. Auch die Arbeit der Vorstandschaft wurde mit einer Flasche Wein gewürdigt. Für die Allgemeinheit wurde dann noch das neue Programmheft 2024 an die Gäste verteilt.

Das Heft 2024 liegt seit 11.12.2023 bei der Raiffeisen und der VR-Bank, der Sparkasse und im Rathaus der Stadt Pocking auf, und natürlich auch bei den vielen Sponsoren des Alpenvereins Pocking.
Mit Plätzchen, Stollen und Glühwein lies man den Abend gemütlich ausklingen.

Zwei Gipfel und ein Grat

Alpenverein Pocking beendet Wandersaison

Die Osterhorngruppe, besser gesagt der Schmittenstein, 1.695m und der Schlenken, 1.649m, waren Ziel der acht Pockinger DAVler. Beide Gipfel verbindet ein etwa 2 km langer Grat.
Vom Parkplatz Zillreith bei der Halleiner Hütte startete die Wandergruppe. Der Himmel war wolkenverhangen, aber es regnete nicht. Beim Aufstieg entschied man sich für den Weg rechts vorbei an den letzten Häusern von Formau. Beim nächsten Wegweiser bog man links in den Steig über die „Jägernase“ ein. Das Gelände war feucht und rutschig, denn in der Nacht hatte es noch geregnet. Der abwechslungsreiche Steig zog sich moderat durch den Wald bergauf. Ein Geflecht aus Baumwurzeln breitete sich auf dem Waldboden aus. Auf etwa 1500m Höhe öffnete sich der Blick und ein Aussichtspunkt lud zur kurzen Rast ein. Im Tal zeigten sich die verstreuten Siedlungen, ein gebettet in sattgrüne Wiesen. Darüber erhebte sich die waldbedeckte Hügellandschaft die sich ins Alpenvorland erstreckt. Die Blätter der Bäume färbten sich schon und verwandelten die Berghänge in einen bunten Teppich. Jetzt waren auch schon die beiden Gipfelziele, Schlenken und Schmittenstein, zum Greifen nah. Durch seine nach allen Seiten senkrecht abfallenden Felswände präsentierte sich der Schmittenstein wie eine uneinnehmbare Festung. Zum Schlenkengipfel war es nicht mehr weit. Der erdige, mit Felsbrocken durchsetzter Steig zog sich doch manchmal steig zum Gipfel hinauf. Endlich, bereits um 11.00 Uhr standen alle am Gipfelkreuz.
Für zwei aus der Gruppe war hier Schluss, sie stiegen den einfachen Weg über die Schlenkenalm zur Hallsteiner Hütte ab und warteten dort auf die Anderen.
Die restlichen sechs Bergler wollten noch über den Grat zum Schmittenstein. Bergwanderführerin Anita Kälker mahnte aber zur Vorsicht! Es gibt etliche ausgesetzte Stellen und der Weg am Grat kann rutschig sein.
Doch dann war alles leichter als gedacht. Trittsicher marschierte die Gruppe den Grat entlang, immer mit einer herrlicher Sicht auf die umliegende Bergwelt. Auch die Sonne kam mehr und mehr zum Vorschein. Eine seilversicherte Kraxelstelle meisterten alle mit Bravour, und auch der steile, felsige Aufstieg zum Schmittenstein bereitete keine Schwierigkeiten.
Oben angekommen bot sich den Wanderern eine tolle Fernsicht bis in den Bayerischen Wald und zu den Salzkammergutbergen. Ab und zu zeigte sich der Dachstein und der Gosaukamm. Tennengebirge, Hoher Göll und der Untersberg rundeten das Panorama ab.
Beim Abstieg folgte man zunächst der Aufstiegsroute bis zum letzten Wegweiser am Grat. Nun zog sich ein Steig unterhalb vom Grat hinüber zum Schlenken. Gut gelaunt und flotten Schrittes querten die Pockinger DAVler den Berghang und folgten den Weg hinunter zur Halleiner Hütte. Klar gönnte man sich hier noch einen Einkehrschwung bevor es zurück nach hause ging.

Auf den Spuren der Schmuggler und Samer

Senioren Tour
Am Parkplatz der ehemaligen Geigelsteinbahn startete die Tour der rüstigen Senioren mit ihrem Guide. Gemütlich und beschaulich ging es an Pferdekoppeln und stillen Bergseen vorbei, bis wir im Wald in den Schmugglerweg eintauchten. Der Pfad ging schön am Berg entlang, in der Klamm wurde es schon interessanter, enger der Steig und die Sicht, nicht weit – aber doch tief hinunter zur Tiroler Ache. Nach einem Umweg zur Aussichtsplattform, die uns fast allein gehörte und den Blick zur Großen Ache freigab, ging es hinauf zur nächsten Plattform, hier hatten wir den Überblick über unseren nächsten Weg Richtung Brücke hinunter. Auf der anderen Seite erwartete uns idylisch gelegen Maria Klobenstein. Nach einer Stärkung waren wir bereit für den langen, stetigen und einstündigen Anstieg auf der anderen Straßenseite. Insgesamt legten wir alleine auf dem Samerweg gut 350hm zurück. Die Belohnung folgte auf dem Hügel der Streichenkapelle. Aussicht auf die Kampenwand und Hochplatte auf der einen Seite und Geigelstein und Breitenstein auf der anderen.
Initiiert vom ärztlichen Beirat der Truppe wurde die Wandergruppe vom „Bergtaxi“ nach dem ergiebigen Sonnenbad erwartet.

Hier steppte der Bär – Medvědí stezka

Am 1. Herbstsonntag begaben sich 15 Teilnehmer der DAV-Ortsgruppe Pocking auf die Spuren des letzten Bären im südlichen Böhmerwald. Man startete bei knackigen 3°C (!) am Grenzübergang Haidmühle/Nové Udolí und fuhr das erste Stück mit dem Zug Richtung Nova Pec. In Ovesna, einer Bahnstation mitten im NP Šumava, verließ die Gruppe den Wagon und stieg unter Führung von Jutta K. auf dem Bärenpfad zunächst zum Drachenschlund auf, der ersten felsigen „Figur“. Jetzt noch ein wenig zahnlos, ähnelt der Felsenschlund im Winter mit den aus Schneeschmelze und Frost geformten Eiszapfen schon eher einem gefährlichen Drachenmaul.
Die Wanderer ließen sich nicht abschrecken, auch nicht von wenigen Bäumen, die man teils kriechend „unterwandern“ musste. Das nächste steinige Objekt mit engem Durchschlupf lud dazu ein, es bückend oder kriechend zu passieren. Das gefiel einem Erdwespenvolk, das sich am oberen Ende eingenistet hatte, überhaupt nicht und mindestens 2 Wanderinnen bekamen die gefürchteten Stacheln zu spüren. Das Auge eines Wespenopfers schwoll im Laufe der Wanderung ziemlich zu; trotz der Nachwehen wurde der Weg aber unbeirrt fortgesetzt. Immer wieder bewunderte man die von der Natur geformten interessanten Felsformationen sowie die hier immer wieder gut zu sehende Wollsackverwitterung. Der Pfad zog sich vorbei an Gebilden, die aufgrund ihrer Form Namen hatten, wie z.B. Riesenwürfel, Pilz, Gotisches Portal, Wackelstein, Einsiedelei, Straßenräuberpass oder Kapelle.
Kurz vor dem höchsten Punkt fanden die hungrigen Wanderer ein sonniges Plätzchen und das steinreiche Gelände bot genug Sitzgelegenheit, um sich die wohlverdiente Brotzeit einzuverleiben. Gut gestärkt bewältigten sie die letzten paar Höhenmeter und zogen kurz darauf in die Felsenstadt am Berghang Perník (1.049 m) ein. Ab da ging es durch leichtes Gelände zur Hirschbachklause (Jelení jezirko) – einem idyllischen Fleckchen, wo sich die umgrenzenden Bäume und der blaue Himmel im Wasser spiegelten.
Die DAV’ler zogen weiter und kamen bald nach Jelení (Hirschberg). Dort sah man sich das Auslaufportal des Schwarzenberger Schwemmkanals an (wirtschaftlich genutzt vom 18. bis ins 20. Jahrhundert). Der Kanal ist über 50 km lang und führt vom Dreisessel über die Europäische Hauptwasserscheide ins oberösterreichische Mühlviertel.
Die Wandergruppe schlug nun einen Forstweg ein, von dem ein Abzweig zum Bärenstein leitet, eine Erinnerung an die Erlegung des letzten Bären 1856 in Südböhmen. Danach führte der Bärenpfad am Rudolfstein vorbei und hinunter zu einer Straße, die uns direkt zur Bahnstation Černý Kříž brachte.
Bald hörten wir das Pfeifen der nahenden Eisenbahn, die uns zurück nach Nové Udolí brachte. Die Wandergruppe genoss im gleichnamigen Hotel oberhalb des Bahnhofs ihren Einkehrschwung, bevor es heimwärts ging.

Sportliche Bergtour auf die 1.691m hohe Gurnwand und zur 1.684m hohen Hörndlwand.

DAV-Ortsgruppe Pocking erklimmt Aussichtsbalkon der Chiemgauer Alpen.

 

Die Hörndlwand ist eines der eindrucksvollsten Felsgebilde im Chiemgau. Sie ist der markanteste Gebirgsstock zwischen Ruhpolding und Reit im Winkel. Für acht Mitglieder vom Alpenverein Pocking war es an diesem sonnigen Sonntag das ausgesuchte Ziel.
Gestartet wurde vom Wanderparkplatz Seehaus. Gleich nach der ersten Brücke zweigte der Steig ab. Er führte über etliche Brücken durch den Wald bis zur Brander Alm. Nach etwa einer Stunde erreichte die Gruppe das Almgelände. Anschließend ging es auf einen gut begehbaren Weg wieder in den Wald. Bei einer Weggabelung verwiesen die Wegweiser links hinauf durch das Osterkar zum Gipfel, oder rechts über den anspruchsvollen Jagersteig. Natürlich wählte man den rechten Steig. Kurz darauf lichtete sich der Wald und die DAVler erreichten die unbewirtschafteten Hörndlalm. Jetzt zeigten sich der schroffe Felszahn und die steilen Felswände. Für so manchen stellte sich die Frage: Wie soll man da nur rauf kommen?
Nach einer kurzen Pause folgten die Pockinger dem nordseitigen Jagersteig. Nun war Trittsicherheit angesagt. Steil und unangenehm feucht schlängelte sich der Aufstieg durch felsdurchsetztes Gelände. Immer wieder kurze Kraxelstellen und vom Wasser ausgewaschene Steilstufen mussten überwunden werden. Schritt für Schritt mit konzentrierter Vorsicht meisterten alle den anspruchsvollen Durchstieg, dieser endete beim Ausstieg auf ein Plateau. Hier trennte sich die Gruppe. Während vier Bergler gleich zur Hörndlwand aufstiegen, machten die anderen vier noch einen Abstecher auf die Gurnwand.
Ein gut eingetretener Steig führte in westliche Richtung direkt auf die mit Latschen bedeckte Kuppe zu. Nochmals ein steiler Aufschwung und die vier konnten die Aussicht genießen. Beeindruckend zeigten sich von hier die Nord-Westabbrüche der Hörndlwand. Gut erkennbar auch das Gipfelkreuz. Nur eine kurze Rast, dann ging es zurück über das Hochplateau bis zum Ausstieg wo sich die Gruppe trennte. Der weitere Aufstieg zog sich durch Latschengelände und zum Schluss über Schrofen zum Gipfelziel. Hier waren dann auch wieder alle vereint.
Jetzt war Gipfelbrotzeit und Panorama angesagt. Im Norden der Blick auf die Chiemgauer Berge. Angefangen von der Kampenwand über Hochfelln bis zum Hochstaufen, dann schweifte der Blick von den Berchtesgadener Alpen bis zum Kaisergebirge.
Nach einer ausgiebigen Pause machte man sich auf zum Abstieg. Wieder ging es zurück auf das Hochplateau und nun weiter in östliche Richtung. Der Steig zog sich in vielen Windungen durch eine große Mulde, dem Osterkar. Nochmals zeigten sich die wilden, steilen Felswände an der Südseite der Hörndlwand. Nun tauchte man wieder ein in einen Schatten spendenden, urigen Wald und erreichte schließlich die Brander Alm. Endlich der wohlverdiente Einkehrschwung mit kalten Getränken, Hüttenschmankerln und Kaiserschmarrn. Gut gestärkt ging es zurück zum Ausgangspunkt. Eine herrliche Spätsommer-Tour ging zu Ende.


Hochgebirgstour im Nationalpark Hohe Tauern

Jüngstes Ziel von fünf Pockinger DAV-Mitgliedern war die zum Großteil im Nationalpark Hohe Tauern in Osttirol gelegene Granatspitzgruppe mit ihrer höchsten Erhebung, dem 3232m hohen Großen Muntanitz.

Die kleine, etwas weniger bekannte Gebirgsgruppe liegt zwischen Großvenediger und Großglockner und wird nach Westen durch das Felber- und Tauerntal, nach Osten durch das Stubach-, Dorfer- und Kalsertal begrenzt. Im unteren Teil üppige Graslandschaften mit Almwirtschaft, lichte Wälder mit Fichten und Lärchen bis zur kargen Fels-und Sandlandschaft mit Gletscherresten in den Gipfelregionen zeichnen das Landschaftsbild dieses Bergmassivs.

Ausgangspunkt für die viertägige Bergtour war der kleine, auf einer Hangterrasse oberhalb der Felbertauernstraße nördlich von Matrei in Osttirol gelegene Ort Stein.

Mühsam ging es zunächst, mit voll gepackten Rucksäcken durch den Wald auf einem steilen Steig mit zahllosen Kehren nach oben. Nach einer guten Stunde wurde der Weg flacher und führte über Wiesen in die auf 1900 m gelegene Talsohle zur bewirtschafteten Äußeren Steineralm, die sich für eine längere Pause anbot. Gestärkt ging es nun ohne nennenswerte Steigung in Richtung Talschluss. Kleine Lärchenhaine und gewaltige Grünschieferblöcke prägen diesen romantischen Wegabschnitt entlang des Steiner Baches. Am Ende befand sich früher eine Förderstätte des Eisenerz-Bergbaus, weshalb der Talwinkel als „Schmelzhütte“ bezeichnet wird. Anfangs entlang des tief in den Fels eingeschliffenen Baches, dann in Kehren über steile Wiesenhänge und zuletzt vorbei an vom Gletscher geschliffene Bergkuppen erreichten die Pockinger Alpinisten nach ca. vier Stunden Gehzeit die Sudetendeutsche Hütte. Die auf 2650 m gelegene Herberge war dann Unterkunft für die folgenden drei Nächte.

Am nächsten Morgen, bei strahlend blauen Himmel und ungetrübter Fernsicht, begann der Anstieg zum Großen Muntanitz. Wie in einer Wüste, über mit feinen Sand bedeckte steile Hänge begann der Aufstieg hinauf zu den Wellachköpfen . Dem großflächigen Hochplateau folgte ein schmales zerklüftetes Felsband hinüber zum kleinen Muntanitz. Nach einem fast senkrechten Abstieg durch einen mit Stahlseilen gesicherten Kamin an der Nordseite geht es wieder Aufwärts zum Gipfel des Großen Muntanitz. Die Fernsicht bis zum Kaisergebirge im Norden und den Drei Zinnen im Süden, der Blick zu den in Gletscher eingebetteten gegenüberliegenden Gipfel von Großglockner und Großvenediger ist überwältigend. Trotz eisigen Windes verweilten die Teilnehmer für eine längere Pause am Gipfelkreuz und genossen die einmalige Aussicht, bevor am gleichen Weg der Abstieg zur Hütte angetreten wurde.

Am dritten Tag, die Gipfel bereits im Sonnenschein und die Täler noch mit Wolken verhangen, stand eine Rundwanderung an den zum Dorfertal abfallenden ostseitigen Hängen auf dem Programm. Über einen riesigen Moränenwall aus Schutt und Fels, dann durch eine große ausgeschliffene Felsrinne, die als stumme Zeitzeugen von der einstigen Gletscherzunge des Gradötzkees übrigblieben, führte der Steig empor zur 2826 m hohen Gradötzscharte. Dem felsigen Abstieg in Richtung Dorfertal folgte eine gemütliche Wanderung über, mit zahlreichen Wasserläufen durchzogenen Almwiesen. Der Spinevitrol, ein Vorgipfel der Adlerspitze, wurde wegen seiner herrlichen Aussicht ins Dorfertal und dem Glocknermassiv für eine längere Mittagsrast genutzt. Nachmittags ging es dann auf dem etwas höher gelegenen Silesia-Höhenweg wieder zurück zum Stützpunkt. Die etwas erschöpften Bergler – immerhin hatte man an diesen Tag jeweils ca. 1300 hm Auf- und Abstieg bewältigt, sowie mehr als 16 km Strecke zurückgelegt – ließen bei einem gemütlichen Hüttenabend den Tag ausklingen.

Für den vierten und letzten Tag wurde eine alternative Abstiegsroute über die schattige Nordwestseite des Nussingkogel gewählt. Hierzu musste erst zur 2741 m hohen Nussingscharte, welche eine tolle Aussicht ins Tauerntal und zur Venedigergruppe eröffnete, aufgestiegen werden. Der Abstieg im oberen Teil steil durch brüchiges Blockgestein, ging nach etwa hundert Höhenmeter in einen etwas flacheren Steig über und führte in unzähligen Kehren entlang des Nussingbaches hinab zur Kessleralm. Hier schwenkte der Pfad nach Süden und verlief mit leichten Gefälle bis zur Hoanzeralm mit ihren alten, aus Naturstein gemauerten Häusern. Hier wurde bei einer abschließenden Einkehr mit Osttiroler Spezialitäten wie Graukäse, Kaspressknödel und Speckjause noch ein Rückblick gehalten. Mit dem Abstieg über den alten Verbindungsweg von der Alm zum Weiler Stein ging eine abwechslungsreiche Hochtour mit großartigen Aussichtspunkten in der naturbelassenen Landschaft des Nationalpark Hohe Tauern zu Ende.
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Auf dem Brendlsteig über die höchsten Gipfeln des Karwendels

Pockinger Alpenvereins-Frauen meistern knackige Bergtour im Karwendelhauptkamm

Das Karwendel ist eine eindrucksvolle Gebirgsgruppe mit mehr als 100 Gipfeln über 2000 Meter. Die höchsten, die drei Ödkarspitzen, alle über 2700 m hoch und die Birkkarspitze , 2.749m waren Ziel der Pockinger DAVler.
Ausgangspunkt dieser Drei-Tages-Tour war der Große Ahornboden, eine Hochebene auf ca. 1.300 Meter Höhe. Von den Parkplätzen bei der Engalm starteten die fünf Frauen. Es war bereits 10.30 Uhr und die Sonne brannte schon unbarmherzig auf die Wanderer. Der Wanderweg, der gesäumt war von uralten Bergahornen, führte in westliche Richtung über das Almgelände. Schon bald ging es moderat ansteigend durch den sogenannten Märchenwald bis zum Hohljoch auf 1.794m Höhe. Die Blicke waren phantastisch, unten der Enger Grund und darüber die Steilwände der Grubenkarspitze. Nun zog sich der Steig durch die Laliderer Reißen, eine riesige Stein- und Geröllhalde unterhalb der beeindruckenden, fast 1.000 m hohen Steilwände, die Laliderer Wände. Ohne nennenswerten Steigungen erreichte die Gruppe das Spielissjoch, 1.773 m. Schon lange, von weitem, konnte man die Falkenhütte sehen, aber jetzt war sie zum Greifen nahe. Nur noch ein paar Höhenmeter und das Zwischenziel auf 1.848 m war erreicht. Endlich ein kaltes Getränk und eine Brotzeit im Schatten der Sonnenschirme. Eine Stunde Pause gönnten sich die DAV-Frauen bevor es wieder weiter ging.
Die Hitze machte den Berglern zu schaffen. Bis zum Karwendelhaus auf 1.765 m war es noch weit. Der Wegweiser „sagt“ ca. drei Stunden. Zunächst ging es hinunter zur Laditzalm auf 1.573m, und die weiteren Wegweiser verwiesen auf den Kleinen Ahornboden im Oberen Teil des Johannistals auf 1.400 m. Das wären nochmals ca. 180 Höhenmeter Abstieg, die man ja wieder rauf müsste. Aber Bergwander-Führerin Anita Kälker hatte die Tour vor etlichen Jahren schon mal gemacht und sie wusste es gibt einen „Insiderweg“. Nach etlichen Kehren des Normalweges dann ein Abzweigender, ein unmarkierter Steig. Das war der Einstieg in den Trampelpfad. Krummholz, Latschen und von Pionierpfanzen überwucherte Berghänge prägten die Umgebung. Dann plötzlich, der Steig war von einer Gerölllawine verschüttet, das konnte doch nicht lange her sein. Ein paar Steigspuren gab es schon und so war die Passage schnell überquert. Später dann eine riesige „Kiesgrube“, die sich unter den Laliderer Wänden den Weg nach unten bahnt. Nur ein Rinnsal suchte sich seinen Weg ins Johannistal. Aber wenn in den Bergen die Schneeschmelze einsetzt, oder sich ein Gewitter mit Starkregen entlädt, dann ist hier „der Teufel los“.
Der Insiderweg mündete in den Normalweg zum Karwendelhaus. Nach etwa 1.200 Höhenmetern je im Auf- und Abstieg und gut 6 Stunden Wanderzeit war das Tagesziel, das Karwendelhaus auf 1.756 m erreicht.
Am nächsten Morgen dann die Königsetappe im Karwendel, über den Brendlsteig auf die Ödkarspitzen und auf den höchsten Gipfel, die Birkkarspitze. Wegen Knieproblemen konnte leider eine der Teilnehmerinnen die Tour nicht mitmachen.
Gleich hinter dem Karwendelhaus führt der Steig steil hinauf, mit Seilversicherungen. Laut Hüttenwirt sollte jeder der hier schon Schwierigkeiten hat unbedingt umdrehen. Für die Pockinger war das aber in keinster Weise ein Problem.
Der Steig leitete die Gruppe in Richtung Schlauchkar, wo zuvor der Brendlsteig abzweigte. Nach einer Querung dann der erste Steilaufstieg. Über Schrofengelände und durch Latschenbewuchs ging es steil bergauf. Seilversicherungen sollten Sicherheit vermitteln, aber diese waren teilweise lose und nicht mehr vertrauenswürdig. Aber für die Pockinger kein Problem. Am Ende des Aufstiegs wartete ein breiter Bergrücken, der nördlichste Ausläufer der Westlichen Ödkarspitze. Dieser lud ein zu einer wohlverdienten Getränkepause und erlaubte beeindruckende Tiefblicke ins Karwendertal.
Aber wo geht es nun weiter? Verblasste Markierungen und das Gespür der Bergwanderleiterin geleitete die Gruppe in felsiges, brüchiges Gelände. Zunächst führten die Steigspuren über den herabziehenden Bergrücken und dann folgte eine felsige, ausgesetzte Passage. Es war Vorsicht geboten. Mittlerweile zeigte sich eine lebensfeindliche Mondlandschaft mit bizarren Felsformationen und ein riesiges Schuttkar, das Große Ödkar. Nach deren Querung zeigten Steinermandln den Weg, dann der erste Gipfel, die 2.712 m hohe Westliche Ödkarspitze. Der Steig zog sich dem Bergrücken entlang, vorbei an einem beeindruckenden Felsenfenster und schon bald war die Mittlere Ödkarspitze erreicht. Nur ein Obelisk schmückte den Gipfel. Berg Bergstock fällt entlang des Bergsteiges nach Norden hunderte Höhenmeter senkrecht ab. Nun folgte der heikelste Teil der Bergtour. Beeindruckend zeigte sich die Östliche Ödkarspitze. Wie ein Haifischzahn ragte sie in den Himmel. Der Weg über die Bergspitze war sehr ausgesetzt. Zwar gab es lockere Seilversicherungen, die aber eigentlich nicht wirklich Hilfe boten. Der Gipfel war erreicht, und der Abstieg schien noch schwieriger. Erst eine heikle Abstiegspassage, dann ein schmaler Grat. Es war nur ein kurzes Stück, aber wer hier nicht aufpasst für den wird es lebensgefährlich.
Alles ist gut gegangen, schon bald war der Birkkarsattel erreicht. Bei der Biwakschachtel nochmals kurz Pause, dann der finale Aufstieg zur 2.747 m hohen Birkkarspitze. Schon nach 30 Minuten standen die Pockinger am Gipfel. Die Fernblicke waren Phantastisch. Sie reichten über die unzähligen Karwendelgipfeln bis zum Wettersteingebirge, zu den noch vergletscherten Stubaier- und Zillertaler Alpen und weiter über die nördlichen Voralpen-Bergketten. Und hinunter ins Schlauchkar, wo der Abstieg zum Karwendelhaus folgte.
Ein schier endloses Schuttkar wartete auf die Alpinisten. Ca. 1000 Höhenmeter durch brüchiges und schottriges Gelände musste gemeistert werden. Teils mühselig, teils abschüssig war der obere Teil des Schlauchkars. Der mittere Teil wieder eine riesige Kiesgrube und dann die ersten Grünflächen und Latschenhänge. Beim morgendlichen Abzweiger schloss sich nun der Kreis. Begrüßt wurden die Bergsteigerinnen von einer größeren Herde Gämsen. Jungtiere tollten über die Grasflächen unter den aufmerksamen Augen der Muttertiere.
Die Sonne stand schon tief, es war eine besondere, friedliche Stimmung. Kurz darauf erreichten alle wohlbehalten das Karwendelhaus. Abends hatte man viel zu erzählen und man blickte fast ungläubig ins Steilgelände. Da waren wir oben – unglaublich.
Am nächsten Morgen ging es zurück zum Ahornboden und mit dem Auto nach hause.