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Wo die Berge den Himmel berühren – Trekkingtour im Khumdugebiet.

Sechs Alpenvereinsmitglieder erfüllten sich den Traum Himalaya-Trekking

Es spukte schon länger in den Köpfen zweier Frauen herum, nochmals nach Nepal, nochmals Himalaya-Trekking aber dieses mal ins Khumdugebiet. Des Öfteren hatten sie ihr Vorhaben schon geäußert und so waren es letztendlich sechs Alpenvereinsmitlieder (fünf DAV-Pocking, eine DAV Bad Griesbach) die sich diesen Traum erfüllten. Man buchte die Tour bei einem renommierten Trekking-Reisen-Anbieter.

Am 30. September 2022 war es dann soweit. Die Gruppe flog von München über Istanbul nach Kathmandu, wo sich der niederbayrischen Gruppe noch sechs weitere Teilnehmer und drei Sherpas anschlossen. Am Tag darauf ging es mit Kleinbus und Jeep auf abenteuerlichen Straßen nach Mulkot (100km/4Std.) und am frühen nächsten Morgen (35km/1,5h Std.) zum Flughafen Ramechap. Nun folgte der Sichtflug mit einer Propellermaschine nach Lukla, dem angeblich gefährlichsten Flughafen der Welt. Sechs Träger übernahmen hier das Gepäck. Jetzt beginnt das langersehnte Trekking das die Gruppe bis ins Zentrum des Khumdu Himal führen wird.

In den ersten Trekkingtagen durchwanderte die Gruppe eine üppige Vegetation, denn hier im Nepal auf der Südseite des Himalaya herrscht ein anderes Klima als bei uns. Bis ca. 3000m Höhe wachsen auf den terrassenartig angelegten Feldern Reis, Kartoffeln, Mais und andere Getreidesorten. Auch in den Gemüsegärten gedeihen Rettich, Karotten und verschiedene Kohlarten. Die Gruppe folgte weiter dem rauschenden Fluss Dudh Koshi, auch Milchfluss genannt. Bald betrat man den Everest-Nationalpark und überquerte die Hillary-Brücke, benannt nach dem Everest-Erstbesteiger Sir Edmund Hillary. Auf einem breit angelegten Weg durchwanderten die Alpinisten kleine Dörfer mit ihren typisch blauen Dächern, es ging vorbei an Manimauern und Chörten, und durch Wälder aus baumhohen Rhododendren. In Namche Bazar auf 3450m war Zwischenstation. Wegen der Höhenanpassung verbrachte man hier zwei Tage. Eigentlich hätte man hier schon eine gute Sicht auf die umliegenden Sechs-, Sieben- und auch Achttausender, aber leider dauerte heuer der Monsun länger als erwartet. In den folgenden Tagen war der Regenschutz das wichtigste Equipment. Erst auf der Etappe nach Marlung, 4200m zeigte sich zögerlich der blaue Himmel. Und sie waren da, die weißen Eisriesen des Khumdu Himal. An nächsten Morgen Besteigung des Lungden Peak, 5100m. Bei einem Mix aus Sonne und Wolken machte sich die Gruppe auf den Weg. Zwischendurch ergatterte man Blicke auf den Cho Oyu, 8188m denn die Wolken dominierten wieder am Himmel. Eine größere Herde Yaks beobachtete die Szenerie und sie waren ein willkommenes Fotomotiv. Bei dieser wichtigen Akklimatisations-Tour wurden die Teilnehmer auf die kommenden Passüberschreitungen vorbereitet, denn schon am nächsten Tag wartete das erste große Etappenziel, der Renjo-Pass, 5340m auf die Gruppe.

Am frühen Morgen dann endlich überwiegend blauer Himmel und die Eisdome zum Greifen nah. Die heutige Etappe, mit 1000 Höhenmetern im Aufstieg und 650 Höhenmeter Abstieg, wird anstrengend und lang. Die Berggipfel mit unaussprechlichen Namen wurden von der Morgensonne angestrahlt, ein unvergesslicher Moment. Die Tour führt nach Norden, endlich passiert die Gruppe den einsam gelegenen Renjo-See. Jetzt wurde das Geländer steiler. Die Gruppe befand sich bereits auf über 5000m Höhe und hier hielt sich noch der Schnee der vergangenen Tage. Langsam, Schritt für Schritt und tief einatmend kämpfte sich jeder einzelne bergauf. Dann endlich der mit Gebetsfahnen geschmückte Pass, 5340m. Nach Gipfelfoto und Brotzeit folgte der Abstieg nach Gokyo. Gokyo liegt auf 4750m Höhe am dritten türkisfarbenen Gokyo-See.

Früh am nächsten Morgen, der Aufstieg zum 5360m hohen Gipfel des Gokyo Ri. Ein 5000er würde bei uns bedeuten hochalpines Gelände, aber dieser Berg ist eher ein „Erdhügel“. Nur die Höhe darf nicht unterschätzt werden. Beim Aufstieg boten sich herrliche Blicke auf die gewaltigen Sechs- und Siebentausender im Norden, diese bilden die natürliche Grenze zu Tibet. Tief unten Gokyo See und Ortschaft, darüber ein Moränenwall und dahinter der mächtige Ngozumpa-Gletscher. Cholatse, 6423m und Taboche, 6505m sind ständig präsent, nur die höchsten der Erde wollten sich einfach nicht zeigen. Abends in der Unterkunft (Lodge) dann die schlechte Nachricht. Bir Sing Tamang, der Trekking Guide der Gruppe teilte den Teilnehmern mit: Morgen sei noch einigermaßen gutes Wetter aber am Tag der nächsten Passüberschreitung (Cho La Paas, 5420m) kommt nochmals ein Schlechtwettereinbruch. Dann herrscht dort oben heftiger Schneefall und starker Wind. Überschreitung nicht möglich! Es gibt nur eine Alternative. In drei Tagen den Gebirgsstock umgehen. Abstieg bis Phortse auf 3810m und wieder Aufstieg über Pheriche,4250m und weiter nach Gorak Shep, 5200m. Es war bitter für die Wanderer, doch das Finale kommt noch! Was bestimmt in Erinnerung bleibt ist die Begegnung mit einer Herde wilder Bergziegen, die sich in eleganten Sprüngen der Gruppe näherten. Nebelschwaden strichen über große Rhododendren-Wälder dazwischen stehen Himalaya-Birken, deren Äste „geschmückt“ sind mit langem Hexenhaar (Flechte). Es präsentierte sich eine mystische Landschaft. Erst als die Gruppe am späten Nachmittag Pheriche erreichte riss plötzlich die Wolkendecke auf, und da steht es, das Matterhorn des Nepals, die Ama Dablam , 6814m. Sie hat auch den Titel des formschönsten Berges der Welt. Endlich hatte sich der Regen verabschiedet.

Die folgenden Tage waren traumhaft. Blauer Himmel, nur ein paar Schleierwolken zogen im Wind. Die mächtigen Eisdome begleiteten die Trekker hinein in das eisige Herz des Khumdu. In der Ferne wehten Gebetsfahnen auf dem Thokla Pass. Hier oben stehen hunderte Denkmäler und Grabsteine von verstorbenen Bergsteigern, Kletterern und Sherpas aus aller Welt. Die Gruppe betrat nun die Ausläufer des mächtigen, mit Schotter und Felsblöcken bedeckten Khumdugletschers.

Yak-Karawanen, vollbeladen mit dem Nachschub der Lodges zogen nach Norden und begleiteten oftmals die Wanderer. Am späten Nachmittag taucht endlich Gorak Shep, 5200m auf. In einfachen Zimmern verbrachte man die folgende Nacht.

Am nächsten Tag dann der Höhepunkt der Reise, die Besteigung des 5545m hohen Aussichtsgipfel Kala Pattar, dem höchsten Punkt der Trekking-Tour. Schon um 7.00 Uhr brach die Gruppe auf. Es war eisig kalt, minus 17° und die Route war noch im Schatten. Darüber die Eisriesen schon im Sonnenschein. Langsam, Schritt für Schritt, immer tief einatmend kämpfte sich jeder für sich den Berg hinauf. Dann endlich in der Sonne und mehr und mehr breitete sich das sagenhafte Panorama vor den Augen der Alpinisten aus. Gebetsfahnen schmückten den Gipfel und die höchsten Berge der Erde zum greifen nah. Mount Everest, 8848m, Lhotse, 8516m, Nuptse West,7732m und weitere Sieben- und -sechstausender, darunter auch der Pumori, 7145m. Am Fuße des Khumbu-Gletschers zeigte sich das Everest Basecamp, 5400m. Darüber der zerklüftete Khumbu Icefall, der wohl ohne die furchtlosen Sherpas, die Jahr für Jahr die Routenführung zum Everest anlegen und mit Leitern Gletscherspalten sichern, nicht zu überwinden wäre. Überwältigend war der 360° Blick und keiner konnte genug kriegen. Beim Abstieg ging es wieder zurück nach Gorak Shep und weiter nach Lobuche. Hier musste man sich entscheiden. Wie steht es mit der Kondition und Kraft? Wer schafft noch den nächsten Pass? Den Kongma-La, 5535m. Wer sich den Pass sparen will kann direkt über einfache Wege nach Dingpoche absteigen.

Nach längeren Überlegungen waren es am Schluss nur zwei Frauen die sich für die anstrengende Passüberschreitung entschieden. Anita Kälker vom Alpenverein Pocking und eine junge Frau aus Rosenheim. Ein erfahrener Sherpa begleitete die beiden. Um 7.00 Uhr morgens begann der Aufstieg, stets den 7161m hohen Pumori im Rücken. In der morgendlichen Kälte ging es den Moränenwall hinauf und anschließend betraten die drei den Khumbu-Gletscher. Über dem dicken Eis lag das Geschiebe aus Geröll und Felsblöcke. In einem namenlosen Gletschersee spiegelten sich Pumori, Lingtren und Khumbutse, hinter denen liegt bereits Tibet. Das Felsenlabyrinth war überwunden und nun begann der eigentliche Aufstieg. Der Hang war besiedelt von tausenden Edelweiß und ab und zu zeigten sich ein paar Schneehühner. Das Gelände steilte auf und in der dünnen Luft schienen die letzten 50 Höhenmeter unüberwindbar. Dann endlich geschafft! Der mit Gebetsfahnen geschmückte 5535m hohe Kongma La Pass war erklommen. Und da standen sie aufgereiht. Nuptse, Lhotse, Makalu, Ama Dablam und noch weitere Sieben- und Sechstausender, nur der Everest war nicht zu sehen. Bei diesem Anblick waren die Aufstiegsmühen mit einem Schlag vergessen. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht und schon fast ehrfürchtig stand die beiden Frauen hier oben und konnten sich gar nicht sattsehen an dieser Szenerie. Nun begann der Abstieg hinunter zu einem See auf 5400m und weiter nach Dingpoche, auf 4400m. Hier wartete der Rest der Gruppe auf die Alpinisten.

In den nächsten Tagen führte die Route talauswärts. Das Tosen des Imja Khola begleitete die Gruppe und immer vor den Augen die formschöne Ama Dablam. Man wanderte über Enzianwiesen vorbei an kleinen Kharkas (Almen) und Yakweiden. Natürlich wurde auch noch das Kloster Tengpoche besucht.

Das Trekkingende in Lukla nahte. Mit Flugzeug und Kleinbus ging es zurück nach Kathmandu. Ein unvergessliches Abenteuer ging zu Ende.

Fotos folgen

Kurzprogramm 2023

Herbstwanderung auf den Großen Osser

Unser Weg führte uns diesmal über den Grenzwanderweg von Neurittsteig auf den Großen Osser. Über den Wegpunkt Rotes Kreuz, den Aussichtspunkt Zwieseleck erreicht man die Tschechische Grenze. Hier ging es dann schön gemütlich auf dem Grenzpfand über Jäherhübel und Weißen Riegel entlang, steil wurde es dann erst wieder kurz vor dem Gipfel. Auf dem Gipfel angekommen wehte ein kalter Wind, der leider nicht zum Verweilen vor der Hütte einlud. Doch wir waren erst an der Mitte unserer Tour angekommen und der schwierigere Gipfel lag noch vor uns. Der kleine Osser lag zum Greifen nah vor uns und doch dauerte der Marsch dorthin länger als man denkt. Der Regen der letzten Nacht, unsere schmierigen Wanderstiefel und die Nassen Wurzeln verzögerten unseren Weg.

Doch angekommen am Gipfel Kleiner Osser wurden wir mit einer fantastischen Aussicht über das Zeller Tal, die Bergkette vom Kaitersberg bis zum Großen Arber, den Falkenstein und auf der anderen Seite der Hohe Bogen bis zum Cerkov belohnt.

Unser Abstieg führte dann über die Osserwiese und dem schönen Herbstwald nach Lambach. Von hier nahmen wir den Holzweg, der uns an der Herz-Jesu-Kapelle vorbei wieder zum Roten Kreuz zu unserem Ausgangsparkplatz in Neurittsteig führte. Für unsere Rundtour legten wir fast einen Halbmarathon von guten 20,7km zurück.

Hochtour in Osttirol im Nationalpark Hohe Tauern

Pockinger DAV-Mitglieder vier Tage lang unterwegs am Lasörling-Höhenweg

 

Bereits um fünf Uhr morgens begann für acht Mitglieder der DAV Ortsgruppe Pocking die Anreise über den Pass Thurn und die Felbertauernstraße nach Matrei in Osttirol, wo am vorgesehenen Zielpunkt der Wanderung die beiden Autos geparkt wurden. Zum Ausgangspunkt der Tour ins ca. 20 km entfernte und auf 1400 m gelegene Ströden am Ende des Virgentals gelangten die Teilnehmer dann mit dem Postbus. Gegen halb elf ging es dann zu Fuß, zunächst auf einer gemütlichen Kiesstraße entlang der Isel weiter zur Islitzeralm, wo man zur Stärkung eine kleine Pause einlegte. Nach dem überqueren der an der Alm vorbeifließenden Isel, führte nun in Richtung Süden ein steiler Forstweg in zahlreichen Kehren hinauf zur ungefähr 500 m höher liegenden Kleinbachalm und dann zur weiter westlich, bereits über der Baumgrenze liegenden Großbachalm. Auf dem nun in einen Steig übergehenden Weg. Anfangs flach durch bereits in herbstliche Farben leuchtende Almwiesen, später steil über kargen Fels erreichten die Alpinisten die 2610 m hoch gelegene Bachlenke. Von hier oben bot sich den zum Teil schon etwas erschöpften Wanderern ein herrlicher Ausblick zum nördlich gelegenen vergletscherten Venedigermassiv mit hoher Zaun, Schwarze Wand, Rainer Horn und Großvenediger. Einem kurzen Abstieg folgend wurde nach ca. fünf Stunden Gehzeit die auf 2580 m hoch, idyllisch und einsam am blaugrün schimmernden Bödensee liegende Neue Reichenberger Hütte erreicht.

Ausgeschlafen und von einem reichhaltigen Frühstück gestärkt wurde dann am nächsten Morgen der etwa 6 Stunden dauernde Übergang zur Lasörlinghütte angegangen. Beim Aufstieg zur Roten Lenke war mehrfach lautes Donnern von Steinschlägen an der Nordseite des zurückliegenden Panargenkamms zu hören. Bei der nachfolgenden Durchquerung des Kleinbachboden und dem anschließenden Aufstieg zum Prägrater Törl herrschte dagegen einsame Stille, die nur gelegentlich durch die schrillen Warnrufe der Murmeltiere unterbrochen wurde. Am 2853 m hohen Übergang stand nun als Höhepunkt der mehrtägigen Bergtour die Besteigung des 3098 m hohen Lasörlinggipfels bevor. Da es an dieser Stelle aber keinen direkten Weg auf den Berg gibt, mussten hier allerdings zuerst einmal mehr als 200 Höhenmeter durch eine Geröllrinne ins Mullitztal abgestiegen werden. Ohne Rucksack, nur mit Getränk und Regenjacke ausgerüstet wurde zunächst steil über loses Blockgestein aufgestiegen; im oberen felsigen Abschnitt mussten für kurze Passagen dann auch mal die Hände zu Hilfe genommen werden. Ein traumhafter Fernblick zur Rieserfernergruppe im Westen, Venedigermassiv im Norden, Großglockner im Osten und den südlich gelegenen Dolomiten eröffnete sich den am Gipfelkreuz angekommenen Teilnehmern. Nachdem es nun leicht zu Regnen begann wurde nach kurzer Gipfelrast zügig wieder abgestiegen und die letzten Kilometer zur Lasörlinghütte flotten Schrittes zurückgelegt.

Am dritten Tag stand eine Gratwanderung über mehrere Gipfel bevor. Von der Hütte aus ging es erst einmal in südliche Richtung über das Virgentörl zu den Gritzer Seen. Das bereits an den südlichen Hängen des Defereggentals liegende Almgebiet mit erdigen Untergrund und üppiger Vegetation unterschied sich deutlich von der felsigen Landschaft der Nordhänge. Der nachfolgenden Querung der Südhänge von Gritzer Hörndle und Gritzer Riegel folgte dann ein mäßig steiler Anstieg auf den 2653 m hohen Speikboden. Das hier oben stehende Gipfelkreuz, eine zehn Meter hohe Holzkonstruktion wurde von einheimischen Kriegsheimkehrern errichtet und den gefallenen und vermissten Soldaten des zweiten Weltkriegs gewidmet. Der Übergang zu den nachfolgenden Gipfeln von Donnerstein und Zupalkogel verlief ohne nennenswerte Höhenunterschiede größtenteils direkt auf einem Grat, nur kurze Abschnitte führten unterhalb an den steilen Grashänge entlang. Nach einer kurzen Rast am Zupalkogel erfolgte – begleitet von acht lautlos und ohne Flügelschlag über den Tourteilnehmern hinweg schwebenden Geiern – der Abstieg über das Legerle zur Zupalseehütte.

Den kurzen Regenschauern am Abend folgte am nächsten Morgen, für den letzten Tag der Bergtour wieder ideales Bergwetter mit einem Mix aus Sonne und Wolken. Die Landschaft am Abstiegsweg mit nur leichten Gefälle, entlang den Nordhängen von Oberst- und Torkogel wechselte allmählich von der kargen Hochgebirgslandschaft in lichten Nadelwald über. Abwechselnd über kleine Bäche, durch dichten Wald, vorbei an kleinen Seen und quer über kleine lichte Almwiesen mit herrlicher Aussicht gelangten die Wanderer zur Arnitzalm mit ihren wunderschönen alten Holzhäusern. Nach kurzer Rast an diesen Kleinod ging es weiter zur abschließenden Einkehr auf die bewirtschaftete Zunigalm. Bei einem kurzen Rückblick auf eine anstrengende, aber entschleunigende Bergtour entlang einer der schönsten Höhenwege der Ostalpen genossen die Pockinger Alpenvereinsmitglieder noch Kaiserschmarren oder Heidelbeeromelett der Extraklasse. Nach letzten 700 Höhenmeter Abstieg zum Parkplatz durch schattenspendende Lärchen- und Fichtenwälder folgte die Heimreise ins Rottal.

Unbekannte Pfade durch die Monzoni-Dolomiten, 15.08.-19.08.2022

Südwestlich der Marmolata und nördlich der Palagruppe erstreckt sich ein unberührter Teil der Dolomiten: der Monzoni-Kamm.
11 Bergsteigerinnen und Bergsteiger der Ortsgruppe Pocking, Sektion Bad Griesbach des Deutschen Alpenvereins erkundeten 5 Tage lang diese unberührte Felswelt, wenngleich sich vor über 100 Jahren dort ein grausamer Hochgebirgskrieg zwischen Italien und Österreich abspielte, dessen Überreste noch heute von den Tragödien des 1. Weltkrieges zeugen.
Ausgehend von der Malga Crocifisso stand der Anstieg über die Monzoni-Alm zu der kleinen Vallaccia-Hütte auf dem Programm des ersten Tages. Und siehe da, die Teilnehmer.innen unserer Gruppe waren die einzigen Gäste in dieser weiten Wiesenrunde unter den Felswänden von Cima Vallaccia und Monzonikamm.


Der nächste Tag führte über die Forcella de la Costela über den Gadotti-Klettersteig auf den Sass Aut 2555m. Ein gigantisches Dolomitenrund ließ dort bei strahlendem Sonnenschein Hochgefühle aufkommen: Langkofel, Rosengarten, Sella, Marmolata, Pelmo und Civetta wurden wie auf einem Präsentierteller serviert.

Nach einer weiteren Nacht im Rifugio Vallaccia stand die Königsetappe an, die Überschreitung des gesamten Monzonikammes mit den Gipfeln Malinvern 2630m, Spiz de Tariciogn 2647m und dem Alochet 2582m, stets luftig ausgesetzt auf der Ferrata Bruno Federspiel. Nach knapp 8 Stunden Geh- und Kletterzeit war die Bergvagabunden-Hütte auf 2528m Höhe erreicht. Die abendliche Sonne zauberte einen magischen Anblick der Pala-Gruppe mit ihren zahllosen wilden Felsgestalten.

Leider schlug am Abend das Wetter um: Blitz, Donner, Regen und Sturm tobten fast die ganze Nacht.
Trotzdem wagten 8 Unentwegte am Morgen den Klettersteig Bepi Zac, der entlang der ehemaligen Kriegsfront durch die Felslandschaft führt: verfallene Stellungen, Kavernen, Stacheldraht, finstere Stollen, die passiert werden müssen und Reste der Einrichtungen in den unzugänglichen Felswänden.
Da im Laufe der Tour wieder Gewitter und starke Regenfälle einsetzten, wurden die Stollen jedoch zu hoch willkommenen Rückzugsorten, um die Unwetter geschützt zu überstehen. Sogar ein Gipfel konnte noch bestiegen werden, die Cima de Campagnacia 2737m. Über einen weiteren kurzen Klettersteig und eine Querung konnte die Hütte wieder sicher erreicht werden.

Am letzten Tag war dann nur noch der Abstieg über das Rifugio Taramelli zu bewältigen.
5 ereignisreiche Tage in einer herrlichen Bergwelt gingen zu Ende. Aber auch die Zeugnisse einer traurigen Vergangenheit werden wohl einen Platz in den Erinnerungen der 11 Bergbegeisterten einnehmen.

 

Pockinger wandern bei Spital am Pyhrn

Eigentlich wollten die Pockinger Alpenvereinsmitglieder die Dr. Vogelgesang-Klamm und die Karleckrunde in Spital am Pyhrn wandern, doch durch die lange Trockenheit wurde auf die Klammwanderung wegen Wassermangel verzichtet. Der Start der Wanderung war dann bei dem Parkplatz Bosruckhütte. Zuerst ging es dann an der Ochsenwaldalm und der Ochsenwaldkapelle weiter zum Arlingsattel wo wir eine Pause einlegten. Einige von der Gruppe haben den Kleinen Bosruck erklommen. Es folgte ein Abstieg über 200 Höhenmeter auf die Bacheralm wo uns eine Herde junger Rinder empfing. Der Weg ging dann wieder leicht ansteigend zum Pyhrgassattel und zum Rohrauer Haus. Wo wir die Mittagspause einlegten. Nach der Pause war das nächste Ziel die Hofalm. Dort hatten wir einen schönen Blick über Spital und auf das restliche Panorama. Es ging zurück über die Hiasalm zu der Ochsenwaldalm wo wir den Tag ausklingen ließen, bevor es wieder nach Haus ging.



Über die Schusterroute aufe und über´n Kamin obe.

Alpenverein Pocking meistert Klettersteigvarianten am Hohen Göll, 2.522m.

Der Hohe Göll ist eines der mächtigsten Bergmassive der Berchtesgadener Alpen. Auf seinen 2.522m hohen Gipfel führen verschiedene Routen, allesamt anspruchsvoll und im alpinen Gelände. Fünf Pockinger DAVler bestiegen ihn über die sogenannte Schusterroute. Mittelschwere Klettersteigpassagen und ungesicherte Kraxeleien im oberen I. Schwierigkeitsgrat warteten auf die Bergler.
Ausgangspunkt der Bergtour war der Parkplatz bei der Ahornkaser Hütte auf der Rossfeldstraße. Von hier stiegen die DAVler in ca. 45 Minuten hinauf zum Purtscheller Haus, 1.692m. Danach führte der Salzburger Steig direkt auf das Felsgelände zu. Anschließend noch eine Querung. Jetzt wurde es spannend. Die rot-weiß-roten Markierungen führten hinein in das zerklüftete Felsmassiv aus Dachsteinkalk. Kurze Steige im grasdurchsetzten Schrofengelände wechselten sich mit Kletterpassagen ab. Spätestens jetzt waren Schwindelfreiheit und Trittsicherheit ein absolutes Muss. Schnell gewann die Guppe an Höhe und schon bald erreichte man einen markanten Gratabsatz. Hier gönnten sich die Pockinger eine längere Pause. Beim Blick nach Westen war man auf Augenhöhe mit dem Kehlsteinhaus und den wilden Zacken des Mannlgrates. Nun folgte ein kurzer Zwischenabstieg und danach ging es über Serpentinen wieder bergauf durch eine bröselige Rinne. Die Gruppe erreichte die steile, fast senkrechte Nordostwand. Hier teilte sich nun der Weg in Schusterroute oder Kamin. Die Pockinger hatten sich für den Aufstieg die Schusterroute vorgenommen. Jetzt hieß es Klettersteigausrüstung anlegen und Helm aufsetzten. Bei einer ausgeprägten Felsplatte begann nun der Klettersteig (B). Für einen geübten Bergler eigentlich nicht schwierig aber Tourenführerin Anita Kälker bestand darauf das „Geschirr“ anzulegen. Es waren zwar nur etwa 60 Höhenmeter aber eben sehr ausgesetzt – Sicherheit geht vor! Mit dem ständigen Einklinken der Sicherungshaken am Stahlseil und viel Luft unter den Füßen meisterte man Höhenmeter für Höhenmeter hinauf zur Gölleiten. Am Ausstieg angekommen änderte sich das Gelände. Linker Hand nun die Abbruchkante der senkrechten Felswände mit ihren schwindelerregenden Tiefblicken. Ständig zogen Nebelschwaden auf und zeichneten eine mystische Stimmung. Rechter Hand weite Schotter- und Schrofenflächen. In gemächlicher Steigung ging es nun dem Gipfel entgegen. Nochmals mahnte eine kurze versicherte Passage zur Sicherheit. Im anschließenden Schotterhang suchten sich die Pockinger ihren Weg vorbei an großen Felsblöcken und gelangten letztendlich über Schrofengelände zum Ziel.
Ein Gipfelkreuz aus Edelstahl mit einem Bergkristall schmückt den aussichtsreichen Gipfel. Ein sagenhaftes Panorama wartete nun auf die Bergsteiger. Im Sonne-Wolken-Mix zeigten sich mal mehr und mal weniger die Berchtesgadener Berge mit Watzmann, Hochkalter und Untersberg. Nach Norden nun Tiefblicke hinunter nach Berchtesgaden und Salzburg und weit hinein ins Salzachtal. Nach einer ausgiebigen Gipfelrast folgte man der Aufstiegsroute zurück bis zum Einstieg in den Kamin, einem schmaler Felsspalt gesichert mit Stahlseil- und Stiften. Der Abstieg ist eigentlich nicht all zu schwierig, wären da nicht die vielen losen Felsbrocken im steinigen Geröll. Wie auf rohen Eiern und mit größter Vorsicht nicht einen der Brocken loszutreten kletterten die DAVler durch diese heikle Passage. Gott sei Dank alles gut gegangen.. Nun folgte man wieder dem nicht enden wollenden Salzburger Steig bis zum Purtscheller Haus. Klar hatten sich alle eine Hüttenbrotzeit verdient die man sich auf der Terrasse schmecken lies, bevor es zurück zum Auto ging.

Bilder folgen.


Zum östlichsten 3000er der Alpen.

Alpenverein Pocking erklimmt den Gr. Hafner 3.076m

Der Große Hafner liegt in der Ankogelgruppe auf der Grenze der Bundesländer Kärnten und Salzburg. Ausgangspunkt dieser Zwei-Tages-Tour war der Parkplatz am Kölnbreinspeicher. Bei schwülwarmen Temperaturen stiegen acht Mitglieder vom Alpenverein Pocking am ersten Tag auf dem Kärntner Grenzweg auf zur Kattowitzer Hütte.
Eigentlich wollte man noch die Staumauer bewundern, aber für den Nachmittag waren Gewitter gemeldet, so entschied man sich für den sofortigen Aufstieg. Gleich hinter dem Berghotel Malta beginnt der Steig in südöstliche Richtung. Der Aufstieg war mäßig steil und führte durch eine üppige, mit Latschen und Grasmatten bedeckte Natur. Immer wieder mussten Hänge mit Blockgestein überwunden werden. Nach etwa 1 ½ Std. erreichte die Gruppe ein Feuchtgebiet. Der Krumenbach, der vom Wastelkar herunterstürzt, mäandert hier durch die moorige Hochfläche. Überall bildete Wollgras größere Gruppen. Das war genau der richtige Zeitpunkt für eine längere Pause an diesem idyllischen Platz. Gut gestärkt folgte man wieder dem gut markierten Steig. Das Gelände wurde zunehmend steiler. Durch ein Wirrwarr aus Blockgestein suchten sich die DAVler eine Markierung nach der anderen. Letztendlich stieg man in Serpentinen hinauf zum Gatter unterhalb vom Gamsleitenkopf. Beim Blick zurück war der Speichersee schon weit entfernt. Am Himmel ein Wolken-Sonne-Mix und endlich auch eine leichte Brise. Die Baumgrenze war schon längst überschritten und bei etwa 2300m wachsen auch keine Kieferlatschen mehr. Der Salzgittersteig querte nun unterhalb der Marschneid, den südöstlichen Ausläufer vom Hafnermassiv. Die Steilhänge lagen nun in voller Sonne und das Blockgestein im Ochsenkar speicherte unermüdlich die Hitze. Dann endlich die Hütte in Sicht, mitten im weitläufigen Ochsenkar. Um 15.30 saßen dann alle beim langersehnten kalten Getränk. Die Pockinger bezogen ihr Quartier für die kommende Nacht und ließen den Tag gemütlich ausklingen.


Am nächsten Morgen herrschte bestes Bergwetter. Direkt über der Hütte zeigte sich das Gipfelkreuz vom Hafner – ist ja gar nicht so weit? Bereits um 8.00 Uhr standen die Alpinisten parat zum Gipfelsturm. Der gut markierte Steig führte geradewegs auf den Gr. Hafners zu. Das Bergmassiv erstreckt sich von West nach Ost und bildet einen ausgeprägten Bergkamm. Grashänge und Blockgestein prägten die Landschaft. Erst nach etwa einer Stunde steilte das Gelände auf. Der nun erdige Steig zog sich in Serpentinen hinauf zur Marschneid auf 2.768m. Zwischen den mit Flechten überzogenen Felsblöcken blühte überall der Eisenhut. Eine botanische Augenweide. Die Blicke der Bergler wanderten hinunter ins Wastelkar und zum Speichersee. Nun zeigten sich auch der Ahnkogel und die Hochalmspitze.
Jetzt wurde es anspruchsvoll. Die Wegführung zog sich am langen Grat entlang. Riesige Felsblöcke mussten umgangen werde, dabei halfen Seilversicherungen an den ausgesetzten, schwindelerregenden Passagen. Die Gruppe suchte sich den Weg durch das Felsenlabyrinth. Der Bergkamm wurde stellenweise sehr schmal und die Steigspuren waren mal rechts und mal links vom Grat. Dann endlich das markante Wahrzeichen vom Großen Hafner, eine mit unzähligen Steinmandln bedeckte Fläche. Wer hier wohl schon alles am Werk war? Es folgte wieder ein Gewirr aus Felsblöcken. An den ausgesetzten Stellen am nördlichen Steilabbruch war nochmals Vorsicht angesagt. Tief unten liegt der Rest vom Wastlkees mit etlichen großen Gletscherspalten. Kurz vor dem Ziel eine kleine Flachstelle. Nun war der Blick auch frei auf die weit unten liegenden Rotgüldenseen und zu den Radstädter Tauern. Es folgten die letzten Höhenmeter über Felsblöcke und der 3.026m hohe Großer Hafner war erreicht. Gipfelrast, Gruppenfoto und Brotzeit waren selbstverständlich. Die Panoramablicke waren leider nur von kurzer Dauer, denn mittlerweile zogen immer mehr Wolken auf und hüllten den Gipfel immer wieder in Nebel. Der Abstieg führte auf der gleichen Route zurück zur Hütte. Hier gönnten sich die DAVler nochmals eine längere Einkehr bevor es auf gleichem Weg wie am Vortag zurück zum Auto ging.
Zum Schluss waren sich alle einig es waren zwei perfekte Bergtage mit spannenden Steigen, kurzen Kraxeleien und einem anspruchsvollem 3000der.



Aus dem Riedingtal zur Franz-Fischerhütte und aufs Mosermandl.

Alpenverein Pocking verbringt aussichtsreiche Tage in den südlichen Radstädter Tauern.

Für die achtköpfige Gruppe vom Alpenverein Pocking ging es auf der Tauernautobahn bis Zederhaus im Lungau. Nach einem zweiten Frühstück beim Jägerwirt fuhr man auf einer schmalen Almstraße hinein ins Riedingtal, einem klassischen Almtal. Bei der Hoislalm stellte man die Autos ab und es begannen vier herrliche Wandertage.
Von hier aus ging es nun gleich steil ansteigend über Wiesenhänge und durch lichtem Bergwald hinauf zur Franz-Fischerhütte, die nach etwa zwei Stunden moderater Wanderung erreicht war. Die Franz-Fischerhütte liegt auf einer Anhöhe in 2.020m Höhe. Über ihr erheben sich die markanten Gipfel von Mosermandl und Faulkogel. Die Hütte ist die erste fleischlose Hütte Österreichs und wird nachhaltig und autark geführt. Sie ist geschmackvoll neu errichtet aus Holz und Glas und wird von den Hüttenwirten Evelyn und Tom mit Hingabe und Überzeugung geführt.
Am Nachmittag gab es dann einen Berg zum „Vorglühen“, den Stierkarkopf. 2.360m. Ein beliebter Aussichtsgipfel von dem man auch schon die Route des nächsten Tages auf das Mosermandl einsehen konnte. Neben der großartigen Aussicht waren die Pockinger total von der vielfältigen Blumenpracht beeindruckt. Gelber Enzian, Alpenrosen und Jagerblut, eine Primelart waren nur ein paar der botanischen Highlights. Am Abend konnten nun die DAVler die köstlichen veganen Gerichte von Hüttenwirtin Evelyn kosten. Liebevoll angerichtet war es eine völlig neue Erfahrung die durchaus gut bei den Pockingern angekommen ist.


Am nächsten Morgen strahlender Sonnenschein! Das Tagesziel das Mosermandl, mit 2.680m der zweithöchste der Radstädter Tauern. Bereits um halb acht standen alle parat zum Abmarsch. Man wählte den Südaufstieg der bei einem Abzweiger auf 2.050m in nördliche Richtung begann. Auf einem breiten Geröllfeld ging es hinauf zur steinschlaggefährdeten Rinne. In leichter, ungesicherter Kraxelei meisterten die Alpinisten dieses etwas heikle Stück. Am Ende der Passage war bereits das Gipfelkreuz zu sehen das bereits um 11:30 Uhr erreicht war. Bei einer längeren Gipfelrast erfreute sich die Gruppe an der tollen Weitsicht in die Hohen Tauern mit Ankogel und Hochalmspitze. Nun folgte ein spannender Abstieg über den ausgesetzten Nordwestgrat mit viel Sauerstoff unter den Füßen. Kurz hinter dem Gipfelkreuz führte eine schmalen Felsrinne mit Klammern und Stahlseilen bergab. Bei so manchem erzeugte der Blick in die Steilrinne ein mulmiges Gefühl im Magen, aber schon nach den ersten Höhenmetern war die Routine der Bergler zu spüren. Voll konzentriert und sicheren Trittes schafften alle dieses heikle Steilstück. Über Schotterhalden und Altschneefeldern folgten nun alle den Markierungen hinüber zur Windischscharte, 2.304m. Hier gönnte man sich nochmals eine längere Pause. Hier dominierte der Blich auf den 2.654m hohen Faulkogel. Der weitere Abstieg erfolgte nun nach Süden durch das Zaunerkar und wer glaubte das sei ein Sparziergang, der irrte sich gewaltig. Über loses Geröll zog sich der Steig steil in Serpentinen abwärts. Nach ein paar felsige Passagen und einem längeren Altschneefeld erreichten die DAVer endlich wieder grüne Grasmatten und flacheres Gelände. Leichtfüßig wanderte die Gruppe vorbei an Wollgrasflächen zurück zur Franz-Fischerhütte. Einige Teilnehmer gönnten sich noch ein Bad im nahegelegenen Zaunersee. Abends saßen alle im Schein der Feuerschale auf der Terrasse und ließen den Abend ausklingen.


Die Tourenplanung des dritten Tages bestand aus Weißgrubenkopf und Übergang zur Tappenkarseehütte. Abmarsch war um 8.00 Uhr. Mit schwerem Rucksack folgte man dem schmalen Steig zunächst bis zum kleinen Ilgsee auf 2.097m und weiter stetig bergauf zur Weißgrubenschate 2.255m. Hier deponierte man die Rucksäcke. Der Aufstieg zum Weißgrubenkopf 2.369m war auf dem Wegweiser mit 45 Minuten angeschrieben. Klar wollten sich die Pockinger Alpinisten den Aussichtsberg nicht entgehen lassen. Über steile Grasflanken und auf kurzen Kraxeleien war der Gipfel schnell erreicht. Von hier oben schweiften die Blicke hinaus bis zum Tennengebirge und hinunter zum Tappenkarsee und der nächsten Hütte. Wieder zurück am Sattel schnallten sich alle wieder die Rucksäcke auf den Rücken und alle folgten den Steig hinunter zur Tappenkarseehütte, dem nächsten Nachtquartier. Es war erst früher Nachmittag, das Wetter gut und in absehbarer Nähe die schön gelegene Tappenkarseealm. Ein kurzer Sparziergang dorthin war unterbrochen von einer Abkühlung im See.

Am Abend gab es einen Wetterumschwung mit Starkregen und Gewitter, das ging die ganze Nacht so! Und auch am nächsten Morgen war keine Wetterbesserung in Sicht. Bei Dauerregen und Donnergrollen startete die Gruppe zur letzten Etappe. Wo am Tag zuvor nur ein kleines Bächlein floss suchte man sich heute einen sicheren Übertritt zum Wanderweg hinauf zum Sattel namens Haselloch. Der Regen hatte etwas nachgelassen als die Gruppe den feuchten Abstieg zur Königalm absolvierte. Naturdusche pur und endlich eine trockene Stube zur letzten Einkehr – definitiv null vegan! Alle waren der selben Meinung SCHÖN WAR`S!

Durch die wildeste Seite des Lattengebirges auf drei aussichtsreiche Gipfel.

Alpenverein Pocking durchsteigt Alpgartensteig und Toni-Michl-Steig

Ziel der 15 Pockinger Alpenvereinsmitglieder war das Lattengebirge, auch bekannt als Schlafende Hexe. Dieses liegt zwischen Bad Reichenhall, Bayerisch Gmain und Berchtesgaden. Von Bayerisch Gmain aus führen der Alpgartensteig und der Toni-Michl-Steig durch die steilen und wilden Nordabbrüche. Genau diese anspruchvollen Steige haben es den Pockingern angetan.
Vom Parkplatz Wanderzentrum folgen die DAVler der Beschilderung Hochschlegel via Alpgartensteig. Der breite Weg ist nur kurz. Nach ein paar Minuten schon der Abzweiger in einen schmalen Steig. Schattig geht es entlang des Wappbachs. Gumpen, kleine Wasserfälle und das Rauschen des Baches begleiten nun die Wanderer. In moderater Steigung ging es nun hinein in einen urwaldartigen Bergwald. Nach einer Stunde dann die ersten Lichtung. Es öffnete sich der Blick zu den zerklüfteten Bergflanken der Nordseite des Lattengebirges. Die spektakuläre Felskulisse versetzte die Pockinger ins Staunen. Und da sollen wir alle rauf? Geht das überhaupt?
Der schattige Wald wurde abgelöst von Latschenhängen. Nun war Schatten Mangelware. Es begannen die ersten Seilversicherungen und Holzstufen. Durch die Steilheit des Geländes gewannen die DAVler schnell an Höhe. Nun folgte der interessanteste Teil der Tour. Die neu angelegten Treppen, Stufen und Seilversicherungen schmiegten sich an den Fels. Spektakulär waren auch die Tiefblicke die bei so manchem Teilnehmer durchaus Bauchkribbeln erzeugte. Trotzdem überwanden alle das unwegsame Gelände. Nach der Steiganlage wurde das Gelände etwas ruhiger. Der Steig schlängelte sich durch Latschengebüsch und über Grasmatten dem Ausstieg entgegen. Nach etwa vier Stunden schweißtreibenden Aufstiegs hatten alle das erste Gipfelziel, den Hochschlegel, 1.688m erreicht.
Hier gönnten sich die DAVler eine längere Rast und füllten ihre Kraftreserven mit der mitgebrachter Brotzeit wieder auf. Das nächste Ziel war der 1.739m hohe Karkopf. Ein gut ausgetretener Steig führte durch dichten Latschenbewuchs zunächst zu einer Aussichtsplattform und weiter hinüber zum höchsten Gipfel des Lattengebirges. Hier wurde ausgiebig das Bergpanorama bewundert. Der Blick reichte vom Untersberg bis zum Dachstein, dann Hoher Göll, das Hagengebirge und der Höchkönig. Der Watzmann und der Hochkalter mit dem Blaueisgletscher dominierten die Aussicht. Es folgte die Reiter Alpe, dahinter zeigten sich noch ein paar Spitzen der Loferer Steinberge.
Nach der Gipfelschau machte man sich auf den Weg zum dritten Gipfel, den 1.680m hohen Dreisesselberg, der schon nach einer knappen halben Stunde erklommen war. Die Blicke schweiften hier unweigerlich in nördliche Richtung. Tief unten lag der Talkessel von Bad Reichenhall und darüber thronte der Hochstaufen mit dem Zwiesel und dem Gamsknogel.
Es war bereits nach 13.00 Uhr als sich die Gruppe wieder in Bewegung setzte. Gleich hinter dem Gipfelkreuz führte ein Steig wieder in steiles Gelände. Fels durchsetztes Gelände und schottrige Wegabschnitte wechselten sich ab. Bei der nächsten Weggabelung folgte man der Beschilderung Toni-Michl-Steig. Mit beeindruckenden Blicken auf die zerklüfteten Felsabbrüche, mit ein paar Ausgesetzten Stellen und der abwechslungsreichen Wegführung war der Abstieg mindestens genauso spannend wie der Aufstieg. Um ca. 16.00 Uhr erreichten dann alle wohlbehalten den Parkplatz, und natürlich ging es anschließend noch in einen Biergarten. Das Fazit des Tages lautete zum Schluss: Drei Gipfel, zwei Steige und ein Biergarten das ist die richtige Mischung für einen gelungenen Bergtag.